Rooftop-Atmo trifft Porzellan und Veggi-Gastro

Der HCZ-Reporter Jimmy Blum über Events, People und Schnack aus dem Quartier
Dreihundertsechzig Grad im 13. Stock, 60 Meter über der Elbe.

Es gibt Orte, die verändern den Blick auf unsere Stadt. Die neue ­Air Bar 13 über den Dächern des Westfield-Überseequartiers gehört für mich genau dazu. Schon die Fahrt in die 13. Etage macht neugierig. Oben angekommen wartet ein Panorama, das mich jedes Mal aufs Neue begeistert.
Foto oben: Die Air Bar 13 des Restaurants Elemente befindet sich im 13. Stock, 60 Meter über der Elbe, im Westfield-Überseequartier mit einzigartigem Hafenblick. © Nils Hasenau Fotografie

Air Bar 13-Cocktail Solar Flare: Tequila, Grapefruit, Rosa Pfeffer und Limette. © Nils Hasenau Fotografie

Ich genieße es, den Blick über die gesamte HafenCity schweifen zu lassen. Die moderne Architektur, die Elbe, die Kräne des Hafens und die Hamburger Kirchen-Skyline verschmelzen zu einem beeindruckenden Gesamtbild. Von hier oben wirkt die Stadt lebendig und entspannt zugleich. 

Es ist einer dieser Orte, an denen man den Alltag für einen Moment vergisst und einfach nur den Ausblick genießt. Die Air Bar 13 verbindet eine stilvolle Atmosphäre mit kreativen Cocktails, ausgewählten Weinen und einer Küche, die von den Aromen Lateinamerikas inspiriert ist. Schließlich wird sie betrieben und küchentechnisch versorgt vom neuen, südamerikanisch inspirierten Elemente-Restaurant im zweiten Stock. In den Abendstunden, wenn die Sonne langsam hinter der Elbphilharmonie verschwindet und die Lichter der Stadt angehen, entsteht eine ganz besondere Stimmung. Dann könnte ich stundenlang dort sitzen und beobachten, wie Schiffe über die Elbe ziehen und sich Hamburg von seiner schönsten Seite zeigt.

Air Bar 13-Bier Puerto 53 und Snack Picada Argentina & Chips mit hausgemachten
Chips, Salami picante, Salami Milano, Olivenvariation, Deichkäse, Pickles sowie Botanero Mix mit
Cantina Erdnüssen, Cancha Mais und Skinny Fries. © Nils Hasenau Fotografie

Für mich ist die Air Bar 13 weit mehr als eine Rooftop-Bar. Sie ist ein Ort, an dem man die Größe und Schönheit unserer Stadt auf einen Blick erlebt. Wer Hamburg einmal aus einer anderen Perspektive entdecken möchte, sollte sich diesen Ausblick nicht entgehen lassen. Ich bin sicher, dass ich dort noch viele entspannte Stunden verbringen werde. Wer mich also mal persönlich treffen möchte, ich bin oben an der Bar.

Air Bar 13, Überseeallee 7, Level 13, 20457 Hamburg. elementerestaurant.com/air-bar-13

Vom Kannenmobil zur Kussmundtasse. Mehr als 100 Jahre Geschichte stecken in der Porzellanwerkstatt in der Altstädter Straße 11, im Kontorhausviertel der Altstadt in direkter Nachbarschaft zur HafenCity. Und nun beginnt ein neues Kapitel. ­Caroline Liebing hat den traditionsreichen Betrieb übernommen und möchte bewahren, was Generationen aufgebaut haben. Gleichzeitig öffnet sie die Werkstatt für neue Ideen und ein jüngeres Publikum. Der Weg zur neuen Inhaberin begann für sie eher zufällig. Als Kundin brachte sie eine beschädigte Tasse zur Reparatur und kam mit ihrem Vorgänger ins Gespräch. 

Caroline Liebing, Inhaberin Die Porzellanwerkstatt: „Ich möchte die beste Porzellan- und
Keramikwerkstatt im deutschsprachigen Raum werden.“ © Jimmy Blum
Das legendäre Kannenmobil, Wahrzeichen der Porzellanwerkstatt.
© Jimmy Blum

Als sie erfuhr, dass eine Nachfolge gesucht wird, stand ihre Entscheidung schnell fest. „Solche Läden verschwinden immer mehr. Ich möchte alles dafür tun, dass diese Tradition erhalten bleibt“, sagt Caroline Liebing. Im Laden soll sich deshalb bewusst nicht alles verändern. Das historische Logo bleibt, ebenso viele markante Möbel. Auch das berühmte Kannen­mobil, das ich auch noch von früher gut kenne, soll wieder einen sichtbaren Platz bekommen. Für Liebing gehört all das zur Geschichte der Werkstatt, die seit mehr als einem Jahrhundert Porzellan und Keramik restauriert.

Stillstand kommt für die umtriebige Unternehmerin nicht infrage. Neben der Restaurierung entstehen neue Angebote. Im Kreativstudio können Gäste Keramik bemalen, töpfern oder an Workshops teilnehmen. Neu ist der Kiss meWorkshop. In entspannter Atelieratmosphäre gestalten die Teilnehmenden ihren eigenen Becher mit einem individuellen Kussmund. Das Angebot richtet sich an Gruppen, Ladies Nights oder alle, die sich eine kreative Auszeit gönnen möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Jedes Stück wird durch die eigenen Hände zu einem echten Unikat.

Die Begeisterung für Porzellan hat Caroline Liebing längst selbst gepackt. Besonders fasziniert sie, wie viel Geschichte hinter jedem einzelnen Stück steckt. Viele Kundinnen und Kunden bringen Familienerbstücke mit, an denen Erinnerungen hängen. Oft entstehen dabei bewegende Gespräche. Manchmal stehen aber auch zerknirschte Ehemänner mit einer versehentlich zerbrochenen Lieblingsvase ihrer Partnerin vor der Tür.

Für die Zukunft hat Caro­line ­Liebing ein klares Ziel. „Ich möchte die beste Porzellan- und Keramikwerkstatt im deutschsprachigen Raum werden.“ Gleichzeitig möchte sie mit kreativen Angeboten, eigenen Designs und einer stärkeren Präsenz in den sozialen Medien auch jüngere Menschen für das traditionelle Handwerk begeistern. So hat der traditionsreiche Hamburger Ort, Die Porzellanwerkstatt, beste Chancen, auch in den kommenden Jahrzehnten ein besonderer Ort für Erinnerungen, Handwerkskunst und Kreativität zu bleiben. 

Die Porzellanwerkstatt, Altstädter Str. 11, 20095 Hamburg. dieporzellanwerkstatt.de

Raver zwischen Lärmschutz und Großstadtgefühl. Das exklusive Paul Kalkbrenner-Konzert auf dem Heiligengeistfeld mit rund 20.000 Besucher:innen hat Hamburg in diesem Sommer weit über den Konzertabend hinaus beschäftigt. Ich finde, dass dieses erste Großkonzert auf der Open-Air-Fläche eine wichtige Diskussion angestoßen hat. Schon im Vorfeld war die Veranstaltung umstritten. Debattenzentrum: Die Anwohner:innen müssten geschützt werden. Das steht für mich außer Frage. Gleichzeitig wurde dieses Konzert ausdrücklich als Versuch gewertet, um Erfahrungen für mögliche künftige Großveranstaltungen auf dem Heiligengeistfeld zu sammeln.

Die Rekordhitze von fast 40 Grad machte kurzfristige Änderungen notwendig. Der Konzertbeginn wurde um drei Stunden nach hinten verschoben, alle Vorbands fielen aus. Für jeden gab es drei Liter Wasser und Sonnenschutzcreme kostenlos. Veranstalter Adam Cieplak sagte anschließend: „Hamburg hat bewiesen, dass es auch unter Extrembedingungen absolut konzertsicher ist. Die Kulisse auf dem Heiligengeistfeld im Schatten des Stadions war phänomenal. Als Paul Kalkbrenner pünktlich zum Sonnenuntergang die Bühne betrat und die Abkühlung einsetzte, war die Energie auf dem Platz greifbar. Ein riesiges Danke an die Stadt Hamburg, die Einsatzkräfte und vor allem an die Fans, die trotz der Rekordhitze mit uns dieses unvergessliche Open Air gefeiert haben.“ 

Paul Kalkbrenner, Open-Air-Konzert mit 20.000 Besucher:innen auf dem Heiligengeistfeld. © Ivan matic

Für mich stellt sich nun die entscheidende Frage: Wie viele solcher Veranstaltungen sind den Anwohnenden zumutbar und werden gleichzeitig dem öffentlichen Kulturanspruch einer Metropole wie Hamburg gerecht? Und sollten wir angesichts immer häufigerer Hitzewellen nicht auch darüber diskutieren, ob die starren Zeiten der Lärmschutzverordnung künftig in Ausnahmefällen flexibler gehandhabt werden sollten? 

Was mich zuversichtlich sein lässt: Die Beschwerdelage zu dieser Event-Premiere mit nur wenigen Meckermeldungen war im mittleren zweistelligen Bereich bei knapp 20.000 Teilnehmer:innen überschaubar. Gut so! @paulkalkbrenner

Seit Wochen habe ich die Umbauten am Überseeboulevard neugierig verfolgt und jedes Mal ein bisschen Vorfreude gespürt, wenn ich davor kniete, um die Standflächen für den Langschläfer Flohmarkt einzuplanen. Die bunte Einrichtung ließ schon von außen erahnen, dass hier etwas Besonderes entsteht, warm, einladend und voller Leben. Entsprechend konnte ich die Eröffnung des vegetarisch-veganen Restaurants ­Kaspar Schmauser kaum erwarten, denn die Bowls vom Gänsemarkt haben mich schon oft begeistert.

Kaspar Schmauser-Restaurant: neue vegetarisch-vegane Küche auf dem
Überseeboulevard in der HafenCity. © Wolfgang Timpe

Nun ist das Restaurant auch in der HafenCity geöffnet. Auf der Speisekarte stehen frische Bowls, bunte Salate, würzige Currys, Frühstücks­bowls, Snacks und Sweets sowie selbst gemachte Limonaden – herrlich erfrischend, leicht säuerlich und genau richtig an einem warmen Tag. Alles wirkt unkompliziert, frisch und passt perfekt zur Mittagspause, zum Feierabend oder zum Essen mit Kolleginnen und Kollegen. Wer ein Meeting, Teamessen oder eine Veranstaltung plant, kann die Speisen auch bequem als Catering bestellen.

Ich freue mich sehr, dass der Überseeboulevard um ein weiteres gastronomisches Highlight reicher ist. Genau so stelle ich mir modernes, bewusstes Essen vor. 
Kasper Schmauser, Überseeboulevard 4-10, 20457 Hamburg; Öffnungszeiten: 10.30 bis 21 Uhr.
kaspar-schmauser.de/ standorte/hamburg-2 

Alles Gute, euer Jimmy

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Jimmy Blum ist Unternehmer und lebt in der HafenCity sowie in Nocera, Umbrien.

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