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Mit WeShare startet ein neues E-Carsharing-Angebot
Plus: Interview mit Senator Michael Westhagemann: „

Im feinen Phoenix-Saal wurde die seit 2016 laufende strategische Mobilitätspartnerschaft mit dem VW-Konzern um drei Jahre verlängert und neben der Fortführung und dem Ausbau des Ride-Pooling-Dienstes MOIA u.a. auch die Einführung des neuen E-Carsharing-Angebots WeShare ab Frühjahr 2020 vereinbart.
Foto oben: Neuer E-Carsharing-Anbieter WeShare von VW ab Frühjahr 2020 in Hamburg: Jürgen Rittersberger, Leitung Konzernstrategie VW und ­Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation sowie Philipp Reth, CEO VW WeShare (v.l.). @ Wolfgang Timpe

Michael Westhage-mann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, und Jürgen Rittersberger, Leitung Generalsekretariat und Konzernstrategie der Volkswagen AG, unterzeichneten eine entspre-chende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) im Hambur-ger Rathaus. Das Abkommen umfasst Aktivi-täten in den Be-rei-chen automatisiertes und vernetztes Fahren, Elektrifizierung von Fahrzeug-flotten und den Ride-Pooling-Dienst MOIA.

Hamburg und Volkswagen unterzeichnen Memorandum of Understanding für Mobilitätspartnerschaft: Senator Michael Westhagemann und Jürgen Rittersberger, Leitung Generalsekretariat VW. © Wolfgang Timpe

Volkswagen wird über seine Tochtergesellschaft Urban Mobility International (UMI) GmbH ab Frühjahr 2020 sein rein elektrisches Carsha-ring-Angebot WeShare mit über 1.000 E-Fahrzeugen in Hamburg starten, das auch perspektivisch in die städtische switchh-Plattform integriert werden soll. Hamburg hat inzwi-schen seine Infrastruktur für Elektromobilität auf über 1.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte erhöht und ist damit bundesweit führend. MOIA wird im kommenden Jahr die Flotte von 200 auf 500 Fahrzeuge ausbauen und weitere Betriebs- bzw. Ladestand-orte eröffnen. VW-Stratege Rittersberger: „Hamburg ist und bleibt ein idealer Partner für den Volkswagen Konzern.“

Pool-Ride-Service MOIA erhöht in 2020 seine Hamburg-Flotte
von 200 auf 500 Fahrzeuge: Senator Michael Westhagemann und Jürgen Rittersberger, Leitung Generalsekretariat VW. © Wolfgang Timpe

„Das Herz des Hauses ist der multifunktionale Kongresssaal ohne Säulen.“
Dass mit dem Wettbewerber „Share Now“, hervorgegangen aus „Car2go“ und „Drive Now“, und seinen 1.500 Fahrzeuge (davon 400 elektrisch) der E-Carsharing-Markt schon besetzt ist, darin sieht Philipp Reth, CEO-VW-WeShare, kein Problem. „Wir sehen es nicht als Nachteil an, dass der Markt in Hamburg bereits geöffnet ist“, so Reth. „Hamburg ist für neue Mobilitätsangebote auch deshalb bestens geeignet, weil die Menschen dafür besonders aufgeschlossen sind. Es gibt in Deutschland keine bessere Stadt für Carsharing als Hamburg.“

Für Senator Michael Westhagemann ein strategisches Ziel, alternative Mobilität zu testen und Emissionen zu senken: „Wir wollen Modellstadt für urbane Mobilität werden.“ Wolfgang Timpe

3 Fragen an…
Michael Westhagemann
über E-Carsharing, Wasserstoff-Zukunft und zu behäbige Autoindustrie

„Man tankt Wasserstoff an der Zapfsäule und muss keine elektrischen Ladezeiten abwarten.“

Senator Michael westhagemann, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Meine Sorge ist, dass man sich an der Batterie festbeißt, während man in Asien in Richtung Brennstoffzelle und Wasserstoff gehen. Schließlich haben wir in Norddeutschland den Vorteil, dass wir die erneuerbaren Energien haben und damit grünen Wasserstoff produzieren können. Markt entsteht nicht von alleine. Da muss man auch ein wenig helfen.“ © Wolfgang Timpe
Senator Michael Westhagemann, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation:
„Meine Sorge ist, dass man sich an der Batterie festbeißt, während man
in Asien in Richtung Brennstoffzelle und Wasserstoff gehen. Schließlich haben wir in Norddeutschland den Vorteil, dass wir die erneuerbaren Energien haben
und damit grünen Wasserstoff produzieren können. Markt entsteht nicht von alleine.
Da muss man auch ein wenig helfen.“ © Wolfgang Timpe

1

Herr Westhagemann, warum braucht Hamburg ein weiteres E-Carsharing-Angebot WeShare von VW? Das ist gut für Hamburg, dass wir ab Frühjahr 2020 emissionsfreie Pkws haben werden, die man sharen kann. Ich bin den ID.3 gefahren und der erste Eindruck ist futuristisch. Es gibt kein klassisches Armaturenfeld mehr und die Touchscreenkonsole strahlt mehr Weltraum als Auto aus. Mir gefällt das.

2

Apopos E-Mobilität. Eigentlich sind Sie doch Wasserstoff-Fan? E-Mobilität ist eine gute Zwischenlösung. Wir müssen unsere Wasserstoffangebote deutlich hochfahren und haben deswegen die norddeutsche Wasserstoffstrategie auf den Weg gebracht. In Hamburg schaffen wir in der Innenstadt und im Hafen die Infrastruktur mit fünf Wasserstofftankstellen Ende 2019 und in 2020 zwei weitere. Damit haben wir deutschlandweit eine sensationelle Abdeckung. 

3

Wer wird das nutzen? Wir stellen zuerst den Lkw- und Bus-Verkehr um, da die Batterien für die Fahrzeuge viel zu schwer sind, und wir mit Wasserstoff-Antrieb viel bessere Reichweiten realisieren. Die deutsche Automobilindustrie ist gut beraten, wenn sie auf diese Technologie schaut und nicht nur auf E-Mobilität setzt. Toyota und Hyundai haben jetzt Serienfahrzeuge mit 600 km Reichweite. Da schaut man hin und braucht sich über elektrische Infrastruktur keine Gedanken mehr zu machen. Man tankt Wasserstoff an der Zapfsäule und muss keine elektrischen Ladezeiten abwarten.

4

Treibt Hamburg VW statt wie sonst die Wirtschaft die Behörden? Wir treiben die Automobilindustrie, weil wir diesen Entwicklungsschritt für Deutschland nicht verpassen dürfen, sonst machen es andere. Meine Sorge ist, dass man sich an der Batterie festbeißt, während man in Asien in Richtung Brennstoffzelle und Wasserstoff gehen. Schließlich haben wir in Norddeutschland den Vorteil, dass wir die erneuerbaren Energien haben und damit grünen Wasserstoff produzieren können. Markt entsteht nicht von alleine. Da muss man auch ein wenig helfen.
Das Gespräch führte Wolfgang Timpe

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Michael Westhagemann ist parteiloser Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg. 

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