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Das 13. Harbour Front Literaturfestival mit Künstler:innen von Carolin Emcke über Heinz Strunk bis Frank Schätzing leuchtet schon. Der Vorverkauf startet am 3. August 

Ein Festival während einer Pandemie auf die Beine zu stellen, das ist keine leichte Aufgabe. Trotzdem ließen sich die Veranstalter des Harbour Front Literaturfestivals in Hamburg von der Achterbahnfahrt im vergangenen Jahr nicht entmutigen, sondern begannen bereits im Oktober 2020 mit der Planung für 2021. „Zuerst“, sagt die Festivalleiterin Petra Bamberger, „haben wir uns mit Harbour Front Sounds beschäftigt.“ 
Foto oben: Klimarechercheur Frank Schätzing eröffnet das 13. Harbour Front Literaturfestival mit seinem Buch „Was, wenn wir einfach die Welt retten? Handeln in der Klimakrise“ in der Elbphilharmonie © Paul Schmitz

In der neuen Reihe Harbour Front Future stehen Bücher über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel im Fokus.

Diese Reihe fand 2020 erstmals in Kooperation mit HamburgMusik statt. Nun wird der Mix aus Literatur und Musik fortgesetzt. Auf dem Programm steht etwa  ein Abend mit Heinz Strunk in der Elbphilharmonie. Der Hamburger liest aus seinem neuen Roman „Es ist immer so schön mit dir“ und begleitet sich selbst auf der Querflöte. Rocko Schamoni und Selig-Sänger Jan Plewka verneigen sich in der Laeiszhalle vor Rio Reiser. Rocko Schamoni trägt ein paar Kapitel aus Reisers Autobiografie „Der König ist tot – es lebe der König!“ vor, Jan Plewka singt Reiser-Songs.

Bestsellerautorin Dr. Carolin Emcke präsentiert mit der Sopranistin Anna Prohaska „The Celebration of Life in Death – Hoffnung und Trauer in Zeiten der Pandemie.“ Festivalchefin Petra Bamberger: „Wir freuen uns wahnsinnig auf Carolin Emcke.“ © Andreas Labes
Bestsellerautorin Dr. Carolin Emcke präsentiert mit der Sopranistin Anna Prohaska „The Celebration of Life in Death – Hoffnung und Trauer in Zeiten der Pandemie.“ Festivalchefin Petra Bamberger: „Wir freuen uns wahnsinnig auf Carolin Emcke.“ © Andreas Labes

Die neue Wirklichkeit beschäftigt die Bestsellerautorin Carolin Emcke und die Sopranistin Anna Prohaska bei ihrem gemeinsamen Auftritt „The Celebration of Life in Death – Hoffnung und Trauer in Zeiten der Pandemie“ in der Elbphilharmonie. Carolin Emcke zog unlängst nicht bloß mit ihrem „Journal“, der Chronik eines Ausnahmezustands, die Aufmerksamkeit auf sich. Vor allem ihre Rede beim Parteitag der Grünen sorgte für Wirbel. Bild behauptete, die Friedenspreisträgerin habe Klimaforscher mit verfolgten Juden verglichen. Für Petra Bamberger ist Carolin Emcke „eine hochgeschätzte Kollegin, die wohl auch falsch verstanden werden wollte.“ Einen erneuten Eklat à la Lisa Eckart? Nein. „Wir freuen uns wahnsinnig auf Carolin Emcke.“

Ebenso optimistisch geht Petra Bamberger die neue Reihe Harbour Front Future an, bei der Bücher über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimawandel im Fokus stehen. „Die Werke“, erzählt die Festivalleiterin, „erläutern auf einfache Art, was man tatsächlich tun kann. Sie sollen das Publikum motivieren.“ 

Den Auftakt macht Frank Schätzing in der Elbphilharmonie mit seinem Buch „Was, wenn wir einfach die Welt retten?“ bei der Eröffnung des 13. Harbour Front Literaturfestivals, das vom 9. September bis 24. Oktober an verschiedenen Orten stattfindet. Geplant sind bis dato 64 Veranstaltungen, es könnten noch mehr werden. Der Vorverkauf startet am 3. August. Petra Bamberger hofft, dass alle Lesungen realisiert werden können. Lediglich die Amerikanerin Cythia D’Aprix Sweeney wird in der Fabrik live aus Los Angeles zugeschaltet, wenn das Schauspielerpaar Andrea Sawatzki und Christian Berkel aus ihrem Roman „Unter Freunden“ liest. Diese Veranstaltung kann als einzige gestreamt werden. Das solle aber eine Ausnahme bleiben, erklärt Petra Bamberger: „Für uns bedeutet Harbour Front, dass die Leute wirklich zusammenkommen.“

Das ist natürlich in Corona-Zeiten eine Zitterpartie, genau wie die Finanzen. Schließlich können wegen der Hygiene- und Abstandsregeln nicht alle Plätze besetzt werden. Umso mehr freut sich Petra Bamberger, dass das Festival durch den Neustart Kultur gefördert wird. Hauptförderer sind nach wie vor die Kühne-Stiftung und die Kulturbehörde, die HHLA und die Neumann Gruppe GmbH unterstützen ebenfalls finanziell. Somit kann auch der schottisch-amerikanische Schriftsteller Douglas Stuart anreisen, aus dessen Debütroman „Shuggie Bain“ der Schauspieler Mark Waschke einige Passagen vorstellen wirde.                  Dagmar Leischow

INFO Weitere Infos unter www.harbourfront-hamburg.com

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