Wer nicht spielt, bleibt dumm

Kinder helfen Kindern – und den Eltern. Die Kleinen geben Ratespiele- und Denksport-Tipps. Und wir schenken Euch ein Wimmelbild zum Ausmalen
Plus I: Kommentar zum Zuhause-Betreuen
Plus II: Hintergründe zum Wimmelbild

Die Empfehlungen des Hamburger Senats, die Kinder wenn irgendwie möglich zu Hause zu betreuen, werden in den letzten Tagen immer eindringlicher. Denn eine erste Auswertung hat ergeben, dass nach wie vor sehr viele Kinder täglich das Notprogramm der Kindertagesstätten der Stadt nutzen. 
Foto oben: Die Vorlage: das bunte Wimmelbild der Speicherstadt. © „Quartier“-Themenheft NO. 1 – Kulturdenkmal Speicherstadt © euf-edition.de / quartier-magazin.com; Illustration: Wiebke Gebers

Die Vorlage zum Ausmalen: das schwarz-weiße Wimmelbild der Speicherstadt. © „Quartier“-Themenheft NO. 1 – Kulturdenkmal Speicherstadt © euf-edition.de / quartier-magazin.com; Illustration: Wiebke Gebers
Die Vorlage zum Ausmalen: das schwarz-weiße Wimmelbild der Speicherstadt. © „Quartier“-Themenheft NO. 1 – Kulturdenkmal Speicherstadt © euf-edition.de / quartier-magazin.com; Illustration: Wiebke Gebers
Janni, 11, ist froh, wenn er an den Marco-Polo-Terrassen an der frischen Luft beim Downhill Biken entspannen kann. © Privat
Janni, 11, ist froh, wenn er an den Marco-Polo-Terrassen an der frischen Luft beim Downhill Biken entspannen kann. © Privat

Dieser Eindruck entsteht auch, wenn man zu den üblichen Bring- und Abholzeiten an den Einrichtungen in unserem Stadtteil vorbeigeht. Je kleiner die Kinder, desto größer der Betreuungsbedarf der Eltern. Haben Sie schon einmal versucht, eine Zweijährige davon zu überzeugen, sich ruhig zu verhalten und sich selbst zu beschäftigen? Das klappt. Manchmal sogar für mehr als eine Minute. 

VERLOSUNG: Die HafenCity Zeitung verlost 25x ein rie­siges Wimmelbild-Plakat von der Agentur Elbe&Flut. Senden Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Adresse und Ihrer Handynummer unter dem Stichwort ­„Wimmelbild“ an ­gewinnspiel@hafencityzeitung.com. Der Einsendeschluss ist Montag, 15. Februar 2021, 18 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Adressen werden nicht an Dritte gegeben und ­automatisierte Einsendungen werden nicht ­berücksichtigt. www.hafencityzeitung.com

Lillie, 3, gestaltet mit der bunten Knete am liebsten „Essen“ für ihre Puppen in der Puppenküche. © Privat
Lillie, 3, gestaltet mit der bunten Knete am liebsten „Essen“ für ihre Puppen in der Puppenküche. © Privat

Eltern-Tipp I: Knete selber machen

• Erst das Mehl, dann die restlichen Zutaten in einer Schüssel vermengen;
• 20 gehäufte EL Mehl
• 2 EL Öl
• 250 ml Wasser
• Den Teig in kleine Portionen teilen und mit Lebensmittelfarbe in den Farben eurer
Wahl verkneten – fertig!

Wir haben die HafenCity-Kinder und -Eltern nach Ideen gefragt, womit sie sich beschäftigen und welche Aktivitäten den verschiedenen Altersgruppen jetzt besonders viel Spaß machen. Die besten Tipps und Rezepte gegen Langeweile und schlechte Laune haben wir für Sie zusammengestellt – und ein Wimmelbild zum ausmalen organisiert. 

In allen Altersklassen beliebt ist das Malen und Basteln. Unser großes Wimmelbild der Speicherstadt bietet deshalb nicht nur Möglichkeiten zum Entdecken, sondern auch zum Ausmalen. Die älteren Kinder haben uns darüber hinaus begeistert von Pappmaché-Projekten erzählt und nutzen jeden Eierkarton und jede Klopapierrolle für das Upcycling. 

Gerade die älteren Kinder sagen, dass sie die Zeit im Lockdown dazu nutzen, neue Aktivitäten auszuprobieren und sich Fähigkeiten anzueignen. Ob Jonglieren üben wie Merle, 11, oder Downhill Biking wie Janni, 11 (Foto links). Wenn man schon zu Hause lernen muss, dann wenigstens Dinge, die Spaß machen. Melanie Wagner

Tipps von Kita-Kindern für Kita-Kinder: Lillie, 3 Jahre, empfiehlt: 
• Malen • Kneten • Tonie-Box-Hörspiele • Peppa Wutz • In Puppenküche kochen

Tipps von Grund­schülern für Grundschüler: Emil, 8, Jahre empfiehlt: 
• Draußen: Geocaching macht der ganzen Familie Spaß (App Store) • Drinnen: Nintendo spielen • Entdecken:
Experimentier-Kasten • Lesen: Die Olchis • Spielen: Das verrückte Labyrinth

Tipps von Teenies für Teenies: Mara, 14, empfiehlt:
• Hören: Philosophie-Podcast • Follow: Youtuberin Laserluca (Dick und Doof) • Facetimen mit Freunden • Tanzen: Olivia
Rodrigo, SALES, Carolesdaughter • Sehen: Karate Kid, Kissing Booth

Spezial -Tipp der Digital Natives: Mit der Quiz-App „Kahoot“ kann man sich wunderbar die Zeit vertreiben: Hier gibt es nicht nur Rätsel zu lösen, sondern auch selbst zu erstellen – für alle Altersklassen und die ganze Familie ein großer Spaß!

KOMMENTAR: Stubenarrest – endlich Me-Time! Von Melanie Wagner

HCZ-Autorin Melanie Wagner: „Du bleibst in deinem Zimmer“ gehört zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. © Wolfgang Timpe
HCZ-Autorin Melanie Wagner: „Du bleibst in deinem Zimmer“ gehört zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. © Wolfgang Timpe

Ich hatte als Kind sehr häufig Stubenarrest. Ob allein schon die Begrifflichkeit mit der militärischen Vergangenheit meines Vaters zusammenhängt, sei dahingestellt. Aber so oder so zählt „Du bleibst in deinem Zimmer“ zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. Und vielleicht auch zu den glücklichsten. Denn bis heute kann ich mich sehr gut und entspannt selbst beschäftigen. Ich als zweifache Mutter (3 und 7 Jahre) sehne mich regelrecht nach Me-Time, wie es in der Instagram-Welt der Achtsamkeits-Influencer so schön heißt. Denn Digital Detox und Stressreduktion sind Trend. Alles was man dafür braucht, ist man selbst – und vielleicht keine kleinen Kinder, Chefs und Kollegen, die jetzt zeitgleich und gleichzeitig an einem zerren anstatt wie sonst nacheinander. Und die sich eben schlecht alleine beschäftigen können, während man im Meeting oder gerade eben beim Spielen, Kochen, Pipi machen ist. Dann erst recht nicht. 
Glücklicherweise werden mir Eltern zustimmen, dass das jetzt im Lockdown kein Problem der Kinder ist, sondern die falsche Anforderung an die Eltern – verursacht durch die Arbeitgeber und die Politik. Denn auch wenn der Senat das Wort „erneut“ und „Appell“ benutzt, zu Hause zu bleiben, so sind eben doch die Kitas auf und die bezahlten Urlaubstage nicht in einen Gesetzesentwurf übertragen worden. Homeoffice und Kinderbetreuung zu vereinen ist keine Option für die Berufstätigen, die eben gerade deshalb nicht in Kurzarbeit und Homeoffice gesteckt werden, weil ihre Kompetenz und Leistungsfähigkeit gerade jetzt für die Arbeitgeber und die Gesellschaft relevant sind. 
Ich verrate Ihnen etwas: Ich vergebe keinen Stubenarrest, sondern versuche den Bedürfnissen meiner Kinder Verständnis entgegen zu bringen. In der Hoffnung, dass sie mir auch Verständnis entgegenbringen. Dass ich aber auch – eigentlich in Form von planbaren Lösungen – von der Politik erwarte. Jetzt!  Von meinen Kindern irgendwann einmal. Wenn ich mich wieder danach sehne, nicht allein mit mir zu sein, sondern meine Liebsten alle um mich zu haben. 
*Melanie Wagner lebt in der HafenCity, ist verheiratet und hat zwei Kinder, Lillie (3) und Lennard (7).

Helena, 7, hat sich eine eigene Zauber-Landschaft für ihre Spielpferdchen und magischen Einhörner gebastelt. © Privat
Helena, 7, hat sich eine eigene Zauber-Landschaft für ihre Spielpferdchen und magischen Einhörner gebastelt. © Privat

Kommentar von Melanie Wagner:

Eltern-Tipp II: ­Spiellandschaft aus Pappmaché:

• Zeitungspapier (nach dem Lesen) in Streifen und    Schnipsel reißen
• Kleister selber machen: Eine halbe Tasse Mehl, eine dreiviertel Tasse Wasser und einen Teelöffel Salz in einer Schüssel vermengen
• Mit Alufolien und Pappkartons eine Landschaft formen
• Die Papierstreifen mit dem Kleister über die Alufolie kleben
• Trocknen lassen und am nächsten Tag bunt bemalen

Viele Geschichten über Die Olchis von Erhard Dietl aus dem Oettinger Verlag sind für verschiedene Altersklassen erhältlich und gibt es auch speziell für Leseanfänger. Online-Angebot unter www.framily.de und www.olchies.de 
© Verlagsgruppe Oetinger Service GmbH
Viele Geschichten über Die Olchis von Erhard Dietl aus dem Oettinger Verlag sind für verschiedene Altersklassen erhältlich und gibt es auch speziell für Leseanfänger. Online-Angebot unter www.framily.de und www.olchies.de © Verlagsgruppe Oetinger Service GmbH
Der Klassiker unter den Gesellschaftsspielen: Das Verrückte Labyrinth von Ravens­- burger zählt immer noch zu den beliebtesten  Spielen bei Grundschülern. © Ravensburger
Der Klassiker unter den Gesellschaftsspielen: Das Verrückte Labyrinth von Ravens­- burger zählt immer noch zu den beliebtesten Spielen bei Grundschülern. © Ravensburger

Wimmelbild-Hintergrund: Das Gewimmel der Attraktionen

An dieser fantastisch-fantasievollen Zeichnung der Hamburger Malerin und Illustratorin Wiebke Gebers kann man sich kaum satt sehen – es ist einfach unglaublich viel los rund um das Wasserschloss in der Speicherstadt. 
„Für ein Themenheft des Magazins QUARTIER zum Weltkulturerbe haben wir uns von Wiebke Gebers diese Illustration für alle kleinen und großen Leser gewünscht, die Spaß an Überraschungen und Entdeckungen haben“, erläutert Andy Lindemann die Entstehung des plakativen Motivs.
Und es gibt tatsächlich viel zu entdecken und zu sehen – nicht nur auf dem wunderbar witzigen Wimmelbild, sondern natürlich auch in der Realität bei einem Spaziergang durch das Hamburger Kulturquartier, wo es die meisten Attraktionen, Museen und Ausstellungen weit und breit zu besichtigen gibt. 
Die Speicherstadt gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Hamburg-Besuchs und das erst recht, seit die UNESCO sie mit dem Status eines Weltkulturerbes gewürdigt hat. Zur Zeit ruhen alle Aktivitäten, die Museen und Ausstellungen müssen geschlossen bleiben, aber immerhin vermittelt das Wimmelbild einen komprimierten Blick auf das bunte und fröhliche Leben, das man hoffentlich auch bald wieder „in echt“ genießen kann. WT

Das Wimmelbild-Tandem der Agentur Elbe&Flut am Schauplatz Speicherstadt / Wasserschloss: Illustratorin Wiebke Gebers und Kreativdirektor Andy Lindemann. © Jonas Wölk
Das Wimmelbild-Tandem der Agentur Elbe&Flut am Schauplatz Speicherstadt / Wasserschloss: Illustratorin Wiebke Gebers und Kreativdirektor Andy Lindemann. © Jonas Wölk

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