Zara zieht mit Flagship-Store ins Überseequartier

Mode-Scoup II nach Breuninger: Investor Unibail-Rodamco-Westfield (URW) gewinnt die Modemarke Zara mit einem Flagship-Store von rund 5.000 Quadratmetern für das Westfield Hamburg-Überseequartier

Zara eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier einen der größten Flagship-Stores. Die Inditex-Gruppe, eines der weltweit größten Vertriebsunternehmen mit den Handelsmarken Zara, Pull&Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Zara Home oder Uterqüe und Unibail-Rodamco-Westfield (URW) „stärken ihre strategische Partnerschaft und heben die Präsenz des spanischen Fashion-Unternehmens in Deutschland auf eine neue Ebene. Zara eröffnet mit einem Flagship-Format einen der künftig größten Stores der Fashion-Brand. Außerdem wurde vereinbart, dass weitere Inditex-Marken das Fashion- und Lifestyle-Profil der Flagship-Destination Westfield Hamburg-Überseequartier stärken werden“, so Investor URW in einer Pressemitteilung. Zara will in seinem Flagshipstore im südlichen Überseequartier Modetrends für Frauen, Männer und Kinder sowie sein aktuellstes Store- und Designkonzept umsetzen und einen besonderen Fokus auf digitale sowie Omnichannel-Services legen.“ 
Foto oben: Zara-Flagship-Store in London. © Hanson Images

© Zara

Für Dirk Hünerbein, Director of Development Austria & Germany des Investors Unibail-Rodamco-Westfield, ein Anlass zu strahlen: „Zara ist einer der besten und gehaltvollsten Player in dem Fashion-Segment. Meine Töchter rennen dem Store regelmäßig die Bude ein. Uns freut das Bekenntnis von Zara zum Standort Hamburg, zur Innenstadt und zur HafenCity. Der Brand Zara braucht zu der sonstigen Struktur seiner Shops auch die großen Formate wie in unserem Überseequartier, wo Marken ihre vollständige Kollektion erlebnisorientiert präsentieren können.“ Laut der Wirtschafts- und Modefachzeitschrift „Textilwirtschaft“ ist URW damit „nach der Verpflichtung der Modemarke Breuninger ein weiterer Coup gelungen“. Die Textilwirtschaft will aus „gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen“ erfahren haben, dass das Zara „mit einer rund 5.000 qm großen Fläche“ in die HafenCity ins Westfield Hamburg-Überseequartier ziehen soll. Darüber hinaus sei URW mit der Inditex-Gruppe laut Textilwirtschaft über „weitere 5.000 qm Handelsfläche zur Anmietung“ im Gespräch. Das nennt man neudeutsch Ankermieter.

Prof. Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg, und Dirk Hünerbein, Director of Development Austria & Germany bei Unibail-Rodamco-Westfield (URW), vor dem Tagungsgebäude der Retail-Messe von URW im maritimen Museum, HafenCity. Podiumsdiskussion Zukunft der Innenstadt: „Das Problem Willy-Brandt-Straße könne „nur der Erste Bürgermeister Hamburgs, Dr. Peter Tschentscher, lösen“, der das Thema zusammenwachsende Innenstadt und HafenCity „zur Chefsache“ machen müsse. © Wolfgang Timpe

Im übrigen sei, so der Entwicklungschef Hünerbein, „der Horizont des gewünschten Vermietungsstandes für das Westfield Hamburg-Überseequartier gut erreicht“. Und den Innenstadtkritikern, die der HafenCity vorwerfen, der Innenstadt die attraktiven Einzelhändler abzuwerben hält Hünerbein entgegen: „Das Gegenteil ist der Fall“, sagt der Chefentwickler, „Die Entscheidung von Zara fürs Westfield Hamburg-Überseequartier ist keine Entscheidung gegen die klassische Hamburger Innenstadt, sondern vielmehr eine Ergänzung.“
Gut getaktet, ist die Zara-Meldung doch ein Höhepunkt der gerade stattfindenden Händler-Messe „Retail Open House Hamburg“ von URW für einige hundert Gäste im Tagungsort Internationales Maritimes Museum. In einer Podiumsdiskussion zum Thema Entwicklung der Innenstädte, u.a. mit dem Prof. Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg, Breuninger-Geschäftsleiter Henning Riecken im Westfield Hamburg-Überseequartier und Globetrotter-Chef Andreas Bartmann, wurde der Veränderungswille von Einzelhändlern, modernen Konzepten und exklusiver Kundenansprache diskutiert. Für Prof. Aust ist die Politik dafür verantwortlich, dass die klassische Innenstadt mit „der HafenCity, der Innenstadt am Wasser“, zusammenwächst: „Die Handelskammer hat schon vor zehn Jahren Vorschläge gemacht, wie man diese willkürliche Schneise der Willy-Brandt-Straße überwinden kann. Das ist nicht geschehen. Und solange das nicht passiert, kann man sich noch so viel Mühe geben, wie man die Innenstadt erweitert und daraus eine einheitliche Innenstadt mit der HafenCity macht. Das ist eine der wirklich großen Voraussetzungen. Und das geht nicht nur mit einem Überweg, sondern die Verbindung muss man ganz neu denken.“ Und das Problem Willy-Brandt-Straße könne „nur der Erste Bürgermeister Hamburgs, Dr. Peter Tschentscher, lösen“, der das Thema zusammenwachsende Innenstadt und HafenCity „zur Chefsache“ machen müsse. Dass viele Behörden bei Innenstadtfragen „mitreden und hineinregieren“ würden, sei eine Bremse. Die Innenstadt brauche „einen Ansprechpartner, der Entscheidungskompetenz habe“. Nur so könne die Entwicklung und das Zusammenwachsen von City und HafenCity gelingen. 

Henning Riecken, Geschäftsführer von Breuninger im Westfield Hamburg-Überseequartier: „Wir bei Breuninger und unsere Mitarbeiter empfinden uns als Gastgeber für unsere Kundinnen und Kunden. Wir versuchen, ihren umfassenden Bedürfnissen nach Begegnungen und Erlebnissen mit unseren Angeboten gerecht zu werden.“ © Wolfgang Timpe
Henning Riecken, Geschäftsführer von Breuninger im Westfield Hamburg-Überseequartier: „Wir bei Breuninger und unsere Mitarbeiter empfinden uns als Gastgeber für unsere Kundinnen und Kunden. Wir versuchen, ihren umfassenden Bedürfnissen nach Begegnungen und Erlebnissen mit unseren Angeboten gerecht zu werden.“ © Wolfgang Timpe

Und für Henning Riecken, Geschäftsführer von Breuninger im Westfield Hamburg-Überseequartier, hängt der Erfolg im Einzelhandel von den modernen Konzepten ab, die sie bei Breuninger pflegen. „Wir haben ja einen sehr guten Blick auf Hamburg und unsere Kundinnen und Kunden durch unsere Online-Umsätze an der Elbe. Wir glauben, dass wir mit dem neuen Konzept momentan den richtigen Weg gefunden haben, um die Kunden so abzuholen, dass sie sich bei uns wohlfühlen. Dass sie jetzt nicht unbedingt nur wegen des Produkt, etwa der dunkelblauen Pullover zu uns kommen, sondern weil sie bei uns eine gewisse Community erwarten und antreffen. Wir bei Breuninger und unsere Mitarbeiter empfinden uns als Gastgeber für unsere Kundinnen und Kunden. Wir versuchen, ihren umfassenden Bedürfnissen nach Begegnungen und Erlebnissen mit unseren Angeboten gerecht zu werden.“

Constantin Wiesmann, Director of Leasing Austria & Germany bei Unibail-Rodamco-Westfield: „Unser Anspruch für die Flagship-Destination Westfield Hamburg-Überseequartier ist es, besondere Partner an Bord zu holen, die gemeinsam mit uns Flagship-Formate und außergewöhnliche, erlebnisorientierte Konzepte implementieren.“ © URW
Constantin Wiesmann, Director of Leasing Austria & Germany bei Unibail-Rodamco-Westfield: „Unser Anspruch für die Flagship-Destination Westfield Hamburg-Überseequartier ist es, besondere Partner an Bord zu holen, die gemeinsam mit uns Flagship-Formate und außergewöhnliche, erlebnisorientierte Konzepte implementieren.“ © URW

Für Investor URW ist das Zara-Engagement im südlichen Überseequartier laut Constantin Wiesmann, Director of Leasing Austria & Germany bei Unibail-Rodamco-Westfield, auch eine strategische Entscheidung: „Unser Anspruch für die Flagship-Destination Westfield Hamburg-Überseequartier ist es, besondere Partner an Bord zu holen, die gemeinsam mit uns Flagship-Formate und außergewöhnliche, erlebnisorientierte Konzepte implementieren. Durch diesen Anspruch wird dieses pulsierende Quartier in der Hamburger HafenCity künftig zu einem einzigartigen Ort. Dass Zara einen der größten Stores eröffnen wird und außerdem weitere Inditex-Marken großdimensionierte Flächen beziehen werden, passt mustergültig in diese Strategie und untermauert einmal mehr die Attraktivität und Strahlkraft des Standorts. Wir freuen uns über diese wegweisende Kooperation im Westfield Hamburg-Überseequartier und die weitere Ausweitung unserer strategischen Partnerschaft mit Inditex.“ Wolfgang Timpe

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