Wenn auf See jede Minute zählt

Kaispeicher B. Blockbuster wie „Titanic“ und erfolgreiche TV-Doku-Serien machen klar, wie wichtig Sicherheit auf See und Seenotrettung sind. Um das Publikumsinteresse daran zu erfüllen, gestaltet das ­Internationale Maritime Museum seine Dauerausstellung neu

Der 15. April 1912 gilt als das Schicksalsdatum der modernen Passagierschifffahrt. Zugleich war der Untergang der „Titanic“ ein Wendepunkt in der Geschichte der Sicherheitsbestrebungen auf See. Als direkte Reaktion auf die Katastrophe entstand das SOLAS-Abkommen (kurz für: Safety of Life at Sea). Die UN-Konvention definiert bis heute die internationalen Sicherheitsstandards der zivilen Schifffahrt. Sie sollen verhindern, dass es zu den mitunter waghalsigen Einsätzen der Seenotretter kommen muss. 
Foto oben: Ihr Untergang war der Startschuss für mehr Sicherheit auf See: die R. M. S. „Titanic“. © IMMH

Um diesem Publikumsinteresse zu begegnen, gestaltet das Internationale Maritime
Museum Hamburg (IMMH)
derzeit Teile seiner Dauerausstellung neu. Dabei arbeitet das Kuratoren-Team auch eng mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zusammen, deren Geschichte und Leihgaben schon jetzt das Rückgrat des entsprechenden Ausstellungsbereichs bilden. 

Neuer Heimathafen in der U-Bahn-Station „Überseequartier“: Modell des
Seenotrettungskreuzers „Herrmann Marwede“. © IMMH

Zu sehen sind unter anderem aufblasbare Rettungsinseln, Seilrettungssysteme, Überlebensrationen oder Leuchtmittel, um auf hoher See auf sich aufmerksam zu machen. Exponate wie diese machen historische Seenotfälle für die Besucherinnen und Besucher nachvollziehbar. Dazu zählen Fälle wie die Irrfahrt der „Bulgaria“, die 24 Tage manövrierunfähig im Atlantik trieb, oder die Rettungstat des Altonaer Kapitäns Hinrich Knuth, der 1899 zehn Schiffbrüchige vor der Küste Xiamens rettete.

Notunterkunft mit Notrationen für sechs Personen: selbstaufblasende Rettungsinsel. © IMMH

Mit dem Umzug des Themas vom 6. auf das 9. Deck des historischen Kaispeichers B wächst auch die Fläche, die dem Thema Seenotrettung gewidmet ist. Ergänzend zur Umgestaltung im Haus wird ein Modell der „­Hermann Marwede“, des größten See­notrettungskreuzers Deutschlands, in der U4-Bahn-Station „Überseequartier“ ausgestellt werden. Und auch im Außenbereich des Museums tut sich etwas: Die dort ausgestellte „Umma 1“, ein DGzRS-Strandrettungsboot der 7-Meter-Klasse, wird mit Kränen an einen zentralen Platz im Museumshof versetzt. Kai Winn

Seit 1875 im Einsatz: das älteste DGzRS-„Spendenschiffchen“. © IMMH

Info

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) finanziert sich zu 100 Prozent durch Spenden. Das älteste noch in Nutzung befindliche „Spendenschiffchen“ von 1875 steht im IMMH. imm-hamburg.de

Ehrung für Kapitän Hinrich Knuth, der 1899 vor der chinesischen Küste zehn Schiffbrüchige rettete. © IMMH

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