Wolfgang Timpe, Herausgeber und Chefredakteur der HafenCity Zeitung, über das »Gartentor zur Welt«, den Eintritt zur Plaza der Elbphilharmonie und das Exklusingespräch mit HafenCity-Chef Dt. Andreas Kleinau

Endlich wieder … Sommer! Die bitteren Enttäuschungen der Fans über das zweite Nein der Hamburger:innen zur jüngsten Oympiabewerbung sind angesichts von Sonne, guter Laune und über 30° sowie der Fußballweltmeisterschaft etwas leichter zu verkraften. Und obwohl Sportstifter und Senat auch ohne Olympia in den Kinder- und Jugendsport investieren wollen, bleibt der Fakt: Aus dem angestaubten Marketingslogan »Tor zur Welt« ist jetzt ein betuliches »Gartentor zur Welt« geworden. Hamburg richtet sich im mutlosen Winkel ein. Keine kraftvolle Zukunftsvision!
Foto oben: „Ein Sieg der Exceltabelle über gelebte Freiheit. Eine schmerzvolle Zukunft!“ sagt die HCZ zur Plaza-Gebühr von 5 Euro ab 1. Oktober 2026. © Frank Gründel | www.citynewstv.de
Endlich weiterhin Freiheit? Auch leider nein. Nach rund zehn Jahren kostenlosen Eintritt auf die Plaza der Elbphilharmonie, dem frei zugänglichen »Balkon der Stadt«, wie ihn der frühere Erste Bürgermeister Olaf Scholz nannte, werden ab 5. Oktober für Erwachsene 5 Euro und für Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren 3 Euro ermäßigter Eintritt fällig. Ja, der freie Eintritt belastete das Kulturbudget der Stadt mit jährlich rund 3,6 Millionen Euro, die sie im neuen künftigen Haushaltsplan zugunsten von anderen Kulturförderungen getrichen hat. Pragmatisch kaufmännisch nachzuvollziehen, und doch verursacht die Senatsentscheidung heftige Phantomschmerzen. Ein schönes libertäres Stück Hamburg wird auf dem Altar sinkender Stadt-Steuereinnahmen geopfert. Ein Sieg der Exceltabelle über gelebte Freiheit. Eine schmerzvolle Zukunft!
Endlich neue Investitionslust in der HafenCity? Äh, leider auch ein Nein. Die hohen Baukosten und Zinslasten bremsen Bauherren immer noch aus. Im Gespräch mit der HafenCity Zeitung (Seite 15) räumt der HafenCity-Chef Andreas Kleinau ein, dass man noch „zähe Geduld“ brauche, bis in den „mittleren 2030er-Jahren“ Hamburgs jüngster Stadtteil fertig sei. Immerhin will er „im zweiten Halbjahr 2026“ das rote Gemeinschaftshaus, die absurde Dauerbaustelle im Baakenpark, eröffnen. Versprochen! Ein zartes Zukunftszeichen in harten Zeiten. Wolfgang Timpe
_________________
Wolfgang Timpe lebt seit 2005 in der HafenCity. Mail: timpe@hafencityzeitung.com



