Advent. Zum zweiten Mal laden die Hauptkirchen und kleinere Gemeinden zum »Hamburger Krippenweg« ein. Unter dem Motto »Hamburg folgt dem Stern« nehmen auch St. Katharinen und das Ökumenische Forum in der HafenCity teil
Wenn Hamburg im Advent im Lichterglanz erstrahlt, Weihnachtsmärkte zum Glühwein einladen und sich die Einkaufsstraßen mit Menschen füllen, gibt es mitten in der Stadt auch Orte der Ruhe. Hinter den Kirchentüren warten Krippen, die von der Geburt Jesu erzählen. Unter dem Motto »Hamburg folgt dem Stern« laden evangelische und katholische Gemeinden zum zweiten Hamburger Krippenwegein. Vom 29. November 2026 bis zum 6. Januar 2027 können Besucher die Weihnachtsgeschichte an acht Standorten entdecken.
Foto oben: Das erwärmende Einfache, das heimelige Tannengrün und das (Kerzen-)Licht des Kirchenschiffs prägen das Krippen-Ensemble in der Seefahrer- und Hafenkirche St. Katharinen. © St. Katharinen
Vom Michel bis zum St. Marien-Dom
Sechs Kirchen liegen entlang einer vorgeschlagenen Route durch die Innenstadt. Zwei weitere Gemeinden beteiligen sich etwas abseits davon. Das gemeinsame ökumenische Projekt verbindet unterschiedliche christliche Traditionen und zeigt, wie vielfältig die Weihnachtsgeschichte dargestellt werden kann. Bereits im Jahr 2025 fand der Krippenweg zum ersten Mal statt. In diesem Jahr beginnt die Tour am ersten Advent und lädt dazu ein, Hamburgs Kirchen neu kennenzulernen.
Zu den Stationen zählen die Hauptkirchen St. Michaelis, St. Jacobi, St. Katharinen und St. Petri sowie die Heilige Dreieinigkeitskirche und der katholische St. Marien-Dom. Für den gesamten Spaziergang sind etwa zwei Stunden vorgesehen. Wer nur eine einzelne Krippe besuchen oder länger in einer Kirche verweilen möchte, stellt sich seine eigene Tour zusammen. Am Michel ist die Krippe im Kirchenraum erst ab dem 2. Dezember zu sehen. In der Krypta gibt es hingegen eine ganzjährige Krippenausstellung.
Eine Tradition mit langer Geschichte
Auch die HafenCity ist vertreten. Das Ökumenische Forum beteiligt sich neben St. Katharinen als zusätzliche Station. Damit erhält der Stadtteil einen eigenen Platz auf dem Krippenweg. Eine weitere teilnehmende Gemeinde ist die katholische Kirche Sankt Sophien. Beide liegen abseits der Hauptroute. Ein Stadtplan im Internet hilft bei der Orientierung. Weihnachtskrippen sind weit mehr als festliche Dekoration. Sie machen die biblische Erzählung von der Geburt Jesu anschaulich. Eine wichtige Rolle in ihrer Geschichte spielt Franz von Assisi. Im Jahr 1223 ließ er im italienischen Greccio die Geburt Christi mit Menschen und Tieren darstellen.

Die Tradition entwickelte sich über Jahrhunderte weiter. Heute reichen die Darstellungen von schlichten Holzfiguren bis zu aufwendig gestalteten Landschaften. Jede Gemeinde setzt eigene Akzente und eröffnet einen anderen Blick auf die Weihnachtsgeschichte.
Konzerte, Führungen und eine gemeinsame Andacht
Eröffnet wird der Krippenweg am Freitag, 27. November, um 17 Uhr mit einer Andacht in der Hauptkirche St. Petri. Pfarrer Weber und Hauptpastor Kruse gestalten den Auftakt. Zwei Tage später, am ersten Advent, beginnt der eigentliche Krippenweg. Begleitet wird die Aktion von Konzerten, Führungen und weiteren Veranstaltungen für Familien. Die Termine werden auf der Website des Projekts veröffentlicht. Der Krippenweg richtet sich nicht nur an gläubige Christen. Er bietet auch Menschen, die sich für Kunst, Architektur und Stadtgeschichte interessieren, einen besonderen Zugang zu den Hamburger Kirchen. Familien können die Krippen gemeinsam entdecken, Besucher die Kirchen in ihrem eigenen Tempo erkunden. Zwischen Weihnachtsmärkten, Einkaufsstraßen und dichtem Adventsprogramm entsteht so ein Angebot, bei dem nicht der Konsum, sondern das Innehalten im Mittelpunkt steht.
Gerade die Verbindung von bekannten Hauptkirchen und kleineren Gemeinden macht den Reiz aus. Der Weg führt durch verschiedene Viertel, über Plätze und entlang geschichtsträchtiger Straßen. Jede Kirche erzählt ihre eigene Geschichte, jede Krippe setzt einen anderen Schwerpunkt. Wer dem Stern folgt, entdeckt damit nicht nur die Weihnachtsgeschichte, sondern auch ein Stück Hamburg abseits des üblichen Adventstrubels.
Robert Bockelmann
Die Krippenweg-Karte unter: krippenweg-hamburg.de



