»Ein frisches Klangbild!«

Vorschau .Im Großen Saal der Elbphilharmonie führen am 12. Juli die Tölzer Sängerknaben mit erwachsenen Sängern Giachino Rossinis »Petite Messe solennelle« auf. Eine Klangmatinee

Im Jahr 1956 gründete Gerhard Schmidt-Gaden den Tölzer Knabenchor der bayerischen Stadt Bad Tölz. Die Sängerbuben zählen seit über sechs Jahrzehnten zu den berühmtesten und gefragesten Knabenchören der Welt und bestreiten mehr als 150 Konzert- und Opernauftritte im Jahr. Das Chorrepertoire umfasst alle Gebiete der Chorliteratur vom Barock bis zur Gegenwart, mit einem besonderen Schwerpunkt auf den Werken Johann Sebastian Bachs. Solisten des Tölzer Knabenchors übernehmen die wichtigen Knabenrollen an den berühmten Opernhäusern der Welt.
Foto oben: Der Leiter Christian Fliegner strebt mit gut ausgebildeten Knabenstimmen, erwachsenen Sängern und einem historischen Harmonium Rossinis Klangideal an. © Jan Roeder

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat der Tölzer Knabenchor mit vielen wichtigen Dirigenten zusammengearbeitet, wie zum Beispiel Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Leonard Bernstein, John Eliot Gardiner, Herbert von Karajan, Kent Nagano oder Kirill Petrenko, Sir Simon ­Rattle, Carlo Rizzi, François-Xavier Roth, Georg Solti, Robin Ticciati oder Christian Thielemann.

Konzertreisen führten die Sängerknaben in fast alle Länder Europas, nach Russland, Israel, China, Japan, Korea und in die USA. Regelmäßig ist der Chor bei den Salzburger Festspielen, dem Bachfest Leipzig, dem Rheingau Musik Festival oder beim Shanghai Baroque Festival eingeladen. Der Tölzer Knabenchor gastiert in den großen Konzertsälen der Welt wie etwa dem Concertgebouw Amsterdam, der Philharmonie de Paris, dem Wiener Musikverein, der Carnegie Hall oder der Suntory Hall.

Der Tölzer Knabenchor zählt seit über 60 Jahren zu den gefragtesten Knabenchören der Welt und
bestreitet mehr als 150 Auftritte im Jahr. © Jan Roeder

Für seine Einspielungen bei allen großen Labels erhielt der Chor zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Schallplattenpreis, den französischen Schallplattenpreis, den Diapason d’Or und den »ECHO Klassik« der Deutschen Phono-Akademie Berlin. Für seine Mitwirkung an der Gesamtaufnahme aller Kantaten von J. S. Bach mit Nikolaus Harnoncourt erhielt der Chor eine Nominierung für einen Grammy Award. 

Im Sommer 2026 wird der Tölzer Knabenchor unter der künstlerischen Gesamtleitung von Christian Fliegner ­Gioachino Rossinis „Petite Messe ­solennelle“ aufführen. Rossini schrieb seine Messe für eine kleine Besetzung aus „zwölf Sängern der drei Geschlechter Männer, Frauen und Kastraten“, begleitet von Klavier und Harmonium. Dementsprechend erstrebt Christian Fliegner durch die Mischung von gut ausgebildeten Knabenstimmen und erwachsenen Sängern sowie die Verwendung historischer Tasteninstrumente (Flügel von Pleyel und Érard, historisches Harmonium) eine Annäherung an Rossinis Klangideal. Diese ungewöhnliche Besetzung mit nur fünf bis sechs Sängern pro Stimme verspricht jedenfalls ein neues, frisches Klangbild; weniger opernhaft, dafür höchst transparent, flexibel und farbenreich. Gerda Schmidt

Info Der Tölzer Knabenchor tritt am Sonntag, 12. Juli 2026, vormittags um 11 Uhr im Großen Saal der Elbphilharmonie auf – unter anderem mit „Petite Messe solenelle“. elbphilharmonie.de

Farbenreiches Klangideal von Giachino Rossinis „Petite Messe solennelle“ – für eine kleine Besetzung
aus „zwölf Sängern der drei Geschlechter Männer, Frauen und Kastraten“. © Jan Roeder

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