Jubiläum. An der Binnenalster wird 15 Jahre Jungfernstieg Galerie gefeiert. Die aktuelle Ausstellung steht ganz im Zeichen der Geschichte der Hamburgischen Staatsoper und der neuen Oper in der HafenCity
Auf dem Jungfernstieg steht in den kommenden vier Wochen die Hamburgische Staatsoper im Mittelpunkt. Zum 15. Mal bringt der Verein Lebendiger Jungfernstieg e. V. seine »Jungfernstieg Galerie« in den öffentlichen Raum. In diesem Jahr geht es erstmals nicht um Werke aus Hamburger Museen, sondern um darstellende Kunst. Anlass ist der geplante Neubau der Staatsoper in der HafenCity auf dem Baakenhöft.
Foto oben: Eröffneten die Jungfernstieg Galerie zum Thema Hamburgische Staatsoper: Lukas Ritz (v. l.), Regionalmanager Wall, Dr. Laura Schmidt, Chefdramaturgin Hamburgische Staatsoper, Sandra Quadflieg, 1. Vorsitzende Lebendiger Jungfernstieg e.V., Dominique Nadelhofer, Kommunikationschef der Kühne Stiftung, und Dr. Matthias Schloderer, Kaufmännischer Geschäftsführer Hamburgische Staatsoper. © Jimmy Blum
Vom 22. September bis zum 20. Oktober erzählt die kostenlose Ausstellung die Geschichte der Hamburgischen Staatsoper. Sie reicht von ihren Anfängen bis in die Gegenwart und blickt zugleich auf die Zukunft des Hauses. Die Ausstellung ist rund um die Uhr zugänglich. „Wir bringen mit der ,Jungfernstieg Galerie’ Kultur direkt zu den Menschen“, sagte Sandra Quadflieg, Vorstandsvorsitzende des Vereins Lebendiger Jungfernstieg, bei der Eröffnung. Der geplante Opernneubau sei der Anlass gewesen, sich zum 15. Geburtstag der Galerie erstmals der darstellenden Kunst zuzuwenden. „Wir laden dazu ein, die Geschichte und Vielfalt der Hamburgischen Staatsoper mitten in der Stadt zu entdecken.“

Kommunikationschef Kühne Stiftung, Sandra Quadflieg, 1. Vorsitzende Lebendiger Jungfernstieg e.V.,
und Lukas Ritz, Regionalmanager Wall. © Lebendiger Jungfernstieg
Präsentiert wird die Ausstellung gemeinsam mit dem Außenwerbeunternehmen Wall, der Hamburgischen Staatsoper und der Kühne Stiftung. Letztere spielt in diesem Jahr eine besondere Rolle. Sie unterstützt nicht nur die Ausstellung, sondern finanziert auch mit rund 320 Millionen Euro komplett den Bau des geplanten neuen Opernhauses auf der an drei Seiten von Wasser umgebenen Landzunge Baakenhöft. Der jüngst verstorbene Mäzen Klaus-Michael Kühne (†) und die Kühne Stiftung wird der Stadt Hamburg das Gebäude schenken. Die Stadt finanziert im Gegenzug die gedeckelte Investition von 147,5 Millionen Euro in die „Ertüchtigung“ des Grundstücks (Fundament und Hochwasserschutz) und weitere 104 Millionen Euro in die Herrichtung des Grundstücks mit Ufereinfassungen, Promenaden und öffentlichen Grünanlagen. So verbindet die Ausstellung Vergangenheit und Zukunft der Hamburgischen Oper. Matthias Schloderer, Kaufmännischer Geschäftsführer der Hamburgischen Staatsoper, sprach bei der Eröffnung der Jungfernstieg Galerie an der Binnenalster von einem Blick „zurück in die Zukunft“. Nur knapp zwei Kilometer Luftlinie vom Jungfernstieg entfernt, soll in den kommenden Jahren das neue Opernhaus entstehen.
Der Entwurf stammt vom international renommierten Architekturbüro Bjarke Ingels Group. Vorgesehen ist ein Opernhaus mit einer öffentlich zugänglichen, begrünten Dachlandschaft. Die Planungen laufen derzeit auf Hochtouren. Erst am Vortag der Ausstellungseröffnung wurden neue Details für den sogenannten Großen Saal bekannt. Unter anderem soll der dritte Rang kleiner werden, während mehr Plätze ins Parkett verlegt werden.

Kaufmännischer Geschäftsführer Hamburgische Staatsoper, Sandra Quadflieg, 1. Vorsitzende
Lebendiger Jungfernstieg e.V., und Dominique Nadelhofer, Kommunikationschef
Kühne Stiftung. © Lebendiger Jungfernstieg e.V. | Jerzy Pruski
Wann sich der Vorhang in der HafenCity tatsächlich zum ersten Mal hebt, steht noch nicht endgültig fest. Dominique Nadelhofer von der Kühne Stiftung machte bei der Eröffnung der Jungfernstieg Galerie deutlich, dass derzeit verschiedene Zeitpunkte diskutiert werden. „Wenn ich das wüsste, hätten wir auf dem Plakat nicht statt der Null ein X bei dem Eröffnungstermin „203X“ gemacht, sagte er auf die Frage nach einem möglichen Premierentermin. Optimisten rechnen mit 2032, Realisten spätestens mit 2035.
Entscheidend sei nun, wie schnell die weitere Planung vorankomme und wann die endgültige Entscheidung für die Umsetzung in der Hamburgischen Bürgerschaft getroffen werde. Auch das Umfeld des künftigen Opernhauses wie zum Beispiel die öffentlichen Flächen und der neue, öffentliche Park am Baakenhöft, der sich serpentinenmäßig bis ins oberste Geschoss der Oper schlängeln wird, wo man mit Gastronomieangrbot den Blick über den Hafen, die HafenCity und das Kirchturmpanorama der Stadt schweifen lassen kann.
Nach dem aktuellen Zeitplan will die Kühne Stiftung nach der vorab erforderlichen Zustimmung der Bürgerschaft voraussichtlich im ersten Quartal 2028 auf Grundlage der konkreten Planungen und der Kostenschätzung ihre „endgültige Finanzierungsentscheidung“ treffen. Bis dahin bleibt die alte Staatsoper an der Dammtorstraße das Zuhause von Oper, Ballett und Philharmonischem Staatsorchester. Auf dem Jungfernstieg kann man nun zumindest schon einmal den Weg von den vergangenen Jahrzehnten in die Zukunft der Hamburgischen Staatsoper verfolgen.Die Jungfernstieg Galerie ist bis zum 20. Oktober kostenlos und rund um die Uhr geöffnet zu genießen. Jimmy Blum



