Westfield-Center: »Wir sind wirklich überwältigt!

Exklusiv-Gespräch. Wir haben mit Theda Juliane Mustroph, General Managerin des Westfield Hamburg-Überseequartier von Investor und Managementbetreiber Unibail-Rodamco-Westfield, über ihre bisherige Bilanz, die Akzeptanz der Nachbarn und neue Ereignisse in 2026 gesprochen

Der im niedersächsischen Bückeburg bei Hannover geborenen Theda Juliane ­Mustroph,der General Managerin des seit 8. April 2025 in der ­HafenCity neu eröffneten Westfield ­Hamburg ­Überseequartiers, steht nicht nur der Hamburg-Look ihrer hanseatisch-maritimen Stylejacke mit Goldknöpfen. Ihr niedersächsisches Understatement, das sich selbst nur so wichtig wie erforderlich nimmt, passt auch bestens zum kommunikationsdefensiven französischen Global-Projektentwickler und -Managementbetreiber Unibail-­Rodamco-Westfield aus Paris. Die würden eigentlich gerne nur handwerklich ihre Geschäfte betreiben und gepflegt im Stillen ihren Börsenkurs vorantreiben – ohne zu kommunizieren. Dass die Vor-Ort-Managerin Theda Juliane Mustroph gegenüber der HafenCity Zeitung eine erste Bilanz des neuen Überseequartiers in Hamburg zieht und auch auf gute Nachbarschaftsbeziehungen im Quartier Wert legt, findet sie selbst „überhaupt nicht überraschend“. Da sie selbst jedoch nun schon seit über elf Jahren in unterschiedlichsten Funktionen und Leitungsaufgaben im Unternehmen Unibail-Rodamco-Westfield gearbeitet hat, weiß sie um die zurückhaltende Unternehmenskultur des Hauses, das keine Schlagzeilen mag. „Wir sprechen halt nur, wenn es Faktisches zu vermelden gibt.“

Schon klar, Dampfplaudern ist nicht das Savoir-vivre des internationalen Shopping-Mall-Betreibers mit Häusern in Paris, Barcelona, London oder Los Angeles – und nun eben auch in Hamburg. Viel Spaß mit unserem Gespräch mit Theda Juliane Mustroph, der General Managerin des Überseequartiers, aber auch der wichtigen neuen Playerin im lokalen City-Business aus Politik, Handelskammer, Interessenvertretern und Arbeitskreisen sowie den Handels- und Gastronomie-Wettbewerbern der neuen Hamburger Mitte, der neuen Innenstadt von Binnenalster bis zum Überseequartier an der Elbe.

Frau Mustroph, vor neun Monaten wurde das Westfield Hamburg-Überseequartier eröffnet. Wer besucht eigentlich das Shopping-Entertainment-Center? Wir sind wirklich überwältigt, wie viele Hamburgerinnen und Hamburger unser Quartier für sich entdecken. Familien sowie junge und ältere Menschen – alle fühlen sich wohl hier bei uns im Westfield Hamburg-Überseequartier und jeder findet irgendetwas für sich. Sei das unser Gastronomie- oder Entertainmentangebot oder etwas in der Vielzahl der Shops. Vor allem darf man nicht vergessen, dass wir hier dieses neue Stück Stadt geschaffen haben. Und wenn sich die Leute auf unserer Promenade einfach nur auf eine Bank setzen und auf die Elbe gucken oder das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff am Cruise Center HafenCity beobachten, ist das für uns auch schon ein fantastischer Erfolg. 

Haben Sie schon genauere Daten über ihr Publikum? Die ersten Monate sind alle neugierig, viele kommen auch einfach, um es mal kennenzulernen und bei den Mietern muss sich in den ersten Wochen alles noch zurechtruckeln. Das ist wenig repräsentativ. Allerdings haben wir gerade Ende November eine eigene repräsentative Erhebung gemacht, die wir jetzt in den kommenden Wochen auswerten werden. Da sind wir selbst neugierig, ob es sich mit den bisherigen Daten, Erwartungen und Beobachtungen deckt. Wir wissen dann einfach mehr über die Wünsche unserer Kunden und warum sie von woher kommen und was ihnen im Westfield Hamburg-Überseequartier wichtig ist oder auch, was ihnen vielleicht fehlt. Wir hoffen, dadurch wichtige strategische Erkenntnisse für die kommenden Monate zu gewinnen. 

Der Konkurrenz auf dem Überseeboulevard Nord wie auch uns fällt auf, dass es auffallend viele junge Menschen sind, auch viele mit Migrationshintergrund, die zwar den Ort oder gezielt einige Shops genießen, aber in der Breite eher wenig zum notwendigen Umsatz der Händler beitragen. Mal das hippe T-Shirt ergattern, bei Rewe eine Getränke-Dose erwerben und dann im Westfield cornern. Stimmt der Eindruck? Den Eindruck kann ich so nicht bestätigen. Natürlich möchte jedes Unternehmen gerne viel Umsatz machen, wir und unsere Mietpartner auch, aber uns als Management des Überseequartiers ist es ebenso wichtig, dass Menschen einfach nur dieses neue Stück Hamburg und die HafenCity genießen und eine gute Zeit verbringen möchten und vielleicht nicht zuallererst ans Shoppen denken. Bei uns ist jede und jeder willkommen und eingeladen, hier im Westfield Hamburg-Überseequartier seinen Aufenthalt, einfach seine Zeit zu genießen. 

Wenn es nach der Sichtbarkeit der Einkaufstüten geht, ist Breuninger offenbar recht erfolgreich. Wer sind nach neun Monaten die Top-Ten-Mieter ihres Centers. Eine solche Liste erstellen wir nicht, uns ist jeder einzelne Mieter wichtig, ob klein oder groß. Natürlich sind Breuninger, Zara oder H&M unsere sogenannten Ankermieter im Retailbe-reich. Aber für uns ist ja gerade der Mix, den wir im Quartier haben, das wichtige. Das heißt einmal die großen Flagship-Stores, die natürlich ganz besonders auch hier fürs Westfield Hamburg Überseequartier stehen, aber eben auch die kleineren Shops, die inhabergeführ-ten Läden, zum Teil auch hier aus Hamburg, oder auch die Pop-up-Stores, die wir haben. Diese Mischung macht für uns den Standort aus. Und insofern würde ich sagen, klar sind die Ankermieter ganz weit vorne mit ihrer großen Strahlkraft und bilden einen Grund für die Gäste herzukommen, aber die funktionieren auch nur in dem Mix, für den wir uns bewusst und strategisch entschieden haben. 

Summertime-Party im Juni 2025 mit Popstar Rita Ora und 4.500 Besucher:innen aus der Nachbarschaft und Fans an der Waterfront des Westfield Hamburg-Überseequartier. © Getty Images | URW

Im August wurde in Hamburger Medien veröffentlicht, dass sie rund fünf Millionen Besucher seit der Eröffnung gehabt haben sollen. Wenn man das defensiv hochrechnet, könnten Sie zu Weihnachten rund neun Millionen Besucher:innen erreicht haben. Wie fällt kaufmännisch Ihre Bilanz 2025 als General Managerin aus? Wir werden in den Wochen nach dem Jahresende 2025 Bilanz ziehen und werden auch nochmal weiter Meilensteine kommunizieren. Was ich heute schon sicher sagen kann, ist, dass wir, Stand Dezember, für das Westfield Hamburg-Überseequartier mit den ersten neun Monaten nach der Eröffnung mehr als zufrieden sind – und zwar sowohl mit der Besucherfrequenz wie auch mit dem Umsatz. Gerade auch die Zahl der Besucher hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Im Übrigen haben wir immer gesagt, erst wenn alle Bereiche des Westfield Hamburg-Überseequartier, also mit allen Geschäften, allen Büromietern und den Hotels in vollem Betrieb sind, dann kalkulieren wir mit 16,2 Millionen Besuchern pro Jahr. 

Sind Sie denn als Managementbetreiber Unibail-Rodamco-Westfield auch mit dem Mix Ihrer rund 160 Angebote aus Shopping, Gastronomie und Entertainment, gepaart mit Wohnen, Büro und dem Terminal, im Überseequartier zufrieden? Die Mischung stimmt und wir sind glücklich, dass wir kurz nach unserer Eröffnung am 8. April neue Highlights erleben konnten, indem wir an dem Cruise Terminal HafenCity direkt bei uns an der Promenade die ersten Kreuzfahrtschiffe begrüßen konnten, mit Shell auch der erste große Büro-Ankermieter eingezogen ist und zum Beispiel auch die attraktive KJ Adventure World mit ihren Erlebniswelten eröffnet hat. 

Verweist sind nach wie vor noch die drei geplanten Hotel-Gebäude der Accor-Gruppe mit ihrem Premium-Haus Pullman, dem gehobenen Mittelklasse-Hotel Novotel und dem Economy-Hotel Ibis Styles. Die noch fehlenden Hotelgäste wie auch weitere Büromitarbeiter:innen beklagt vor allem die Gastronomie im Westfield. Kommen denn die Hotels überhaupt? Definitiv. Die Hotels kommen in jedem Fall und wir freuen uns auf diese weiteren Highlights. 

Wann werden die Hotels eröffnen? Wir arbeiten weiterhin wie geplant mit unseren Partnern Accor und der B&L-Gruppe, die die Hotels betreiben werden, an der schrittweisen Übergabe der Hotels. Sobald neue Nutzungen in Betrieb gehen, werden wir dies gerne bekannt geben. Ist doch schön, dass wir als Quartier weiter wachsen. Wir haben als Westfield Hamburg-Überseequartier aktuell eine Vermietungsquote von 95 Prozent im Bereich Einzelhandel, Gastronomie und Entertainment und wir befinden uns in der komfortablen  Situation, uns genau anschauen zu können, wer noch zu unseren anderen Mietern und ihren Angeboten als Ergänzung passen kann. Lassen Sie sich überraschen. Wir haben noch zwei, drei spannende Lagen im Westfield und führen aktuell Gespräche mit Interessenten. Zu Beginn des Jahres  werden wir sicher tolle Neuigkeiten verkünden können. 

Ihre Mieter sind Ihre Center-Umsatz-Lebensversicherung. Wir hören von einigen, dass Westfield mehr attraktive Events versprochen habe, die den Händlern und der Gastronomie mehr Gäste unterschiedlichster Zielgruppen bescheren sollten. Wie ist da Ihre Zwischenbilanz? Wir haben hier im Westfield Hamburg-Überseequartier einen Mix von knapp 160 Mietern und haben deswegen als General Management zunächst einmal immer das gesamte Quartier im Blick zu behalten und zu berücksichtigen. Zugleich versuchen wir selbstverständlich auch auf die jeweils eigenen Bedürfnisse der jeweiligen Mieter einzugehen. Dass das nicht immer 100 Prozent gelingen kann, ist bei so viel unterschiedlichsten individuellen Mieterinteressen nicht zu vermeiden und, mal ehrlich, das wäre ja auch irgendwie ein wenig langweilig. Wir müssen als Management eben Entscheidungen treffen, die für die überwiegende Mehrheit passen. Und vergessen Sie nicht, und dafür haben wir als Management jedes Verständnis, dass unsere Mieter mit drei verschobenen Eröffnungsterminen und auch den Baubelastungsfolgen wirklich viel zugemutet werden musste. Seien Sie sicher, dass die Mieterzufriedenheit bei uns eine absolute Top-Priorität ist. 

Wie fanden Sie den Alarm, als im Dezember Tokio Hotel bei Breuninger einen Fanhype ausgelöst hat? Waren Sie auch da, um sich ein Autogramm oder ein Selfie zu erobern? Nein, ich konnte leider wegen anderen Terminen nicht, habe aber mit Freuden ähnlich wie beim Christmas Shopping die langen Schlangen begeisterter Besucherinnen und Besucher vor dem Flagship-Store wahrgenommen. Das sind doch absolute Highlights, wenn die Brands selbst mit solchen Events aus eigener Kraft heraus für Strahlkraft sorgen. Und genauso wichtig finde ich den Beitrag und die Beziehung des Westfield Hamburg-Überseequartier zur Nachbarschaft im Stadtteil. Wir als Management wollen gerne unseren Beitrag dazu leisten, dass insgesamt mit Bewohnerinnen und Bewohnern wie auch den anderen Gewerbetreibenden in der HafenCity eine Quartiersgemeinschaft entsteht. Dazu tra-gen für mich auch solche populären Veranstaltungen bei. Das finde ich klasse. 

Theda Juliane Mustroph im Westfield: „Mir geht immer noch jeden Tag das Herz auf, wenn ich morgens meinen üblichen Rundgang mache zur Elbe runter und einmal quer durchs Quartier, und sehe die Menschen da sitzen und ihr Frühstücks- oder Franzbrötchen essen und ihren Kaffee trinken, bevor sie zur Arbeit gehen, joggen oder ihren Hund ausführen.“ © Catrin-Anja Eichinger

Nicht alle Nachbarn sind zufrieden, da besonders an Samstagen wegen häufigem Dauerstau weder Besucher gut in die HafenCity kommen können, noch die Bewohner einfach ihr Quartier verlassen können? Wir sind erst einmal erleichtert, dass die Zeit von Baulärm und den damit verbundenen Belastungen seit unserer Eröffnung vorbei sind. Ich finde, dass wir ein enges Verhältnis und einen guten Austausch mit unseren Nachbarn haben. Wir haben Sie zu unserem großen Eröffnungskonzert mit Rita Ora eingeladen wie auch Ende November zur Eröffnung unseres Weihnachtsmarktes. Alle haben unsere Kontaktdaten und ich merke, dass man bei wichtigen Themen auch auf uns zukommt, um miteinander womöglich die Probleme zu erörtern und zu lösen. So wird es sehr helfen, dass der HVV an Samstagen die U4 jetzt im Fünf-Minuten-Takt fahren lässt, um den Besucherandrang zu bewältigen, und dass wir auch ab Januar 2026 ein angepasstes Verkehrskonzept bekommen, dass die Staubelästigungen zum Wochenende deutlich reduzieren soll. Wir sind mit allen im Dialog. Und viele aus der Nachbarschaft geben uns auch ein klares Feedback, dass sie die neuen Möglichkeiten in der HafenCity zum Beispiel mit einem Rewe-Markt, einer Drogerie oder einer Apotheke im Herzen des Stadtteils jetzt eine bessere Nahversorgung bietet und sie einen lebendigeren Stadtteil erleben.  

Manche Bewohner, etwa im Eleven Decks oder im VilVif, wie auch Westfield-Mieter fühlen sich oft nicht transparent genug durch das Centermanagement informiert. Müssen Sie und Ihr Team sich da noch verbessern? Das erleben wir, ganz generell, in Quartieren immer wieder, dass man dem Management fehlende Kommunikation vorwirft. Das stimmt bei uns im Westfield Hamburg-Überseequartier meines Erachtens nicht. Gerade hier haben wir eine sogenannte Quartiers-App eingeführt, in der Mieter und Bewohner erstens ihre Anliegen kommunizieren können und zweitens über alle unsere Maßnahmen kontinuierlich informiert werden. Man muss, das können wir leider nicht beeinflussen, natürlich die App auch nutzen und die Beiträge lesen, die wir dort regelmäßig posten. Genau damit alles transparent ist und frühzeitig wahrgenommen werden kann, haben wir diese App, dieses Kommunikationstool für unser eigenes Quartier geschaffen. Zudem kommunizieren wir etwas genereller auch sehr viel über die Social-Media-Kanäle und die Screens im Quartier und wir sind natürlich im Quartiersmanagement-Büro auch immer anwesend. 

Die Silvesterparty des ZDF im Westfield hatte zum Beispiel das Quartiersmanagement Nord mit Dr. Claudia Weise und die Gewerbetreibenden auf dem Überseeboulevard „kalt“ erwischt. Warum wurde das nicht vorab vertraulich kommuniziert? Weil wir als Westfield Hamburg-Überseequartier nicht Veranstalter oder Mitveranstalter waren und das deshalb auch nicht konnten. Wir stellen dem Veranstalter unsere Westfield-Waterfront-Fläche zur Verfügung und freuen uns natürlich, wenn die Party ein großer Erfolg wird. 

Sie haben mal in einem Selfie auf Social Media gesagt, dass das Westfield „die Kirsche auf der Torte Nachbarschaft“ sei. Das ist doch charmant. Manche erleben Sie als dominant und groß und nicht als charmante Deko? Damit war vor allem gemeint, dass die HafenCity seit 2005, als die ersten Wohnungsmieter einzogen, rund 20 Jahre auf eine vielfältige Nahversorgung und Angebotsvielfalt durch das Überseequartier warten mussten. Das wurde als Mangel im Stadtteil empfunden und ist nun seit neun Monaten vorbei. Die HafenCity ist ein lebendiger, spannender Stadtteil und wir spielen hier gerne eine wichtige Rolle für die Menschen.   

Und was antworten Sie denen, die mit den vielen neuen tausend Besuchern und dem starken Verkehr an Samstagen hadern? Personen, die nicht ganz zufrieden sind, gibt es immer, doch das generelle Feedback der überwältigenden Mehrheit zeigt uns, dass sie sich über die Angebote des Überseequartiers und besonders über die neuen Begegnungsorte im Herzen der HafenCity freuen. Man muss beachten, dass es von Anfang an das Ziel war, mit dem Westfield Hamburg-Überseequartier Leben ins Viertel zu bringen. Das tun wir und setzen dadurch im größten und ambitioniertesten europäischen innerstädtischen Städtebauprojekt, der HafenCity ganz neue Akzente, und darauf sind wir auch stolz. Wir sind eine Bereicherung für die Stadt Hamburg und für die HafenCity. 

Die Einzelhändler der klassischen Innenstadt an Binnenalster und rund um Jungfernstieg, Rathausmarkt und Mönckebergstraße sehen den Wettbewerb mit Ihnen mindestens skeptisch. Und viele beklagen die unattraktiven und schlecht beschilderten Fußwege von der HafenCity in die City und umgekehrt. Wie sehen Sie das? Wir arbeiten auf unterschiedlichsten Ebenen mit den Vertretern und Gewerbetreibenden der gesamten Innenstadt zusammen, zum Beispiel in dem wichtigen Arbeitskreis Stadtentwicklung Innenstadt oder mit dem Citymanagement Hamburg oder den Initiativen der Handelskammer. Alle, auch wir als Management des Westfield Hamburg-Überseequartier wünschen uns unter anderem die Hauptverbindung, die sogenannte Domachse attraktiver und mit einfacher und plakativer Ausschilderung, wo Besucher was an Attraktionen und Angeboten finden – auf dem Weg von der HafenCity in die City und natürlich auch umgekehrt. Schließlich sind wir gemeinsam die neue Mitte Hamburgs, mit einer neu geschaffenen Verbindung zur Elbe und auch mit dem einzigartigen Angebot eines fußläufig nahen und modernen Kreuzfahrtterminals. Das ist europaweit einzigartig und das Cruise Center HafenCity hatte 2025 schon 33 Kreuzfahrtanläufe und wird 2026 über 90 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen bieten. Das ist ein Gewinn für die gesam-te Innenstadt von der Binnenalster bis zu unserer Waterfront-Promenade des Überseequartiers. Das sind neue Chancen für alle Händler, Gastronomien und Entertainment-Angebote in City und HafenCity, für ein neues auch internationales touristisches Publikum. 

Das nach dem Besuch bei Ihnen im Überseequartier noch Lust auf die klassische Innenstadt hat? Die historische City mit Rathaus, Binnenalster, Jungfernstieg, Neuer Wall und neuer Mönckeber-gstraße ist nicht nur für Hamburgerinnen und Hamburger, sondern gerade für touristische Gäste ein tolles Angebot. Ich kann es nur wiederholen: Gemeinsam mit allen wichtigen Innenstadtak-teuren sind wir an dem Thema attraktive Infrastruktur dran und in regelmäßigem Austausch. Aber machen wir uns auch nichts vor, da das Thema wesentlich mit den Bereichen Städtebau und Stadtentwicklung verbunden ist, darf man hier keine superschnellen Entwicklungen und Veränderungen erwarten. Und, erfreulich für alle, die Domachse ist auch heute schon trotz der geringen Attraktivität neben der U4 und anderen ÖPNV-Angeboten sowie dem Auto der zentra-le Weg von unserem Westfield Hamburg-Überseequartier in die traditionelle Innenstadt und umgekehrt. Unsere Nachbarn auf dem Überseeboulevard haben schon jetzt nach eigener Aus-sage eine doppelt so hohe Frequenz von Besuchern wie vor unserer Eröffnung. Das sollte doch alle ermutigen! 

Auch wenn samstags jetzt die U4 doppelt so häufig wie bisher fährt, bleibt doch der Pkw-Verkehr ins Westfield-Überseequartier ein Knackpunkt! Ich selbst fahre jeden Tag von meinem Wohnort Eimsbüttel mit der U-Bahn direkt in unser Quartier und erlebe wie voll und bestens genutzt dieses Angebot ist. Natürlich mussten auch wir erst lernen, mit dem Eröffnungshype umzugehen und jetzt die vergangenen Monate eine „Normalisierung“ zu erleben. Man kann vorher über die größten Experten und besten Diagnosen verfügen, am Ende kennt man die Themen erst wirklich, wenn es losgegangen ist. Und, erlauben Sie mir das mal zu sagen und bitte nicht falsch verstehen, waren wir alle im Team auch ein wenig stolz, dass die Eröffnungsneugier den Verkehr lahmlegte. Das zeigte, dass so viele Menschen auf unseren Start gewartet haben. Nun hat sich alles etwas gelegt und wie schon gesagt nehmen Polizei und Verkehrsbehörde im Januar 2026 auf Grund der frisch gewonnenen Erkenntnisse Verkehrsanpassungen vor, die zu weniger Stau führen sollen. Warten wir das gemeinsam mal alle ab und hoffen das Beste. 

Welche Ereignisse können wir denn fürs Westfield Hamburg-Überseequartier in 2026 erwarten? Meine Highlights sind neben den Fortschritten bei den Hotels , dass weitere Office-Mieter in unsere Bürotürme „Lee“ und „Luv“ einziehen werden, und ich freue mich auf die neuen Angebo-te auf unserer Waterfront-Terrasse. Neben dem schon eröffneten „Pesca“-Seafood-Restaurant und  „Galactic Restaurant & Bar“ by Stefan Fäth kommen noch der Spitzenkoch Thomas Bühner, der Fine-Dining Restaurants in Düsseldorf und Taipeh betreibt, im ersten Halbjahr mit seinem „modernen All-Day-Dining- und Bar-Konzept“ samt Außenterrasse und Blick auf die Elbe dazu wie auch noch das Restaurant „Elemente“ und die „Air Bar 13“. Unser Waterfront-Premiumbereich an der Elbe gewinnt noch einmal deutlich an Vielfalt und Qualität dazu. Und auch der „Lolas“-Gastronom Axel Strehlitz bringt immer wieder neue Ideen wie im Sommer seine Art von Beach Club und jetzt noch bis in den Januar hinein seine leuchtenden „Elbglow by Lolas“-Holzfässer ein, in denen man sich zu Zweit oder in kleinen Gruppen beim Käsefondue treffen kann. Dass man von den Außenterrassen aus auch das Treiben rund um die anlegenden Kreuzfahrtschiffe beobachten kann, ist eine zusätzliche Attraktion. 

Wie ist jetzt, neun Monate nach der Eröffnung Ihre Gefühlslage? Wissen Sie, mir geht immer noch jeden Tag das Herz auf, wenn ich morgens meinen üblichen Rundgang mache, einmal runter zum Wasser, zur Elbe gehe, einmal quer durchs Quartier und sehe die Menschen, wie sie in die Geschäfte gehen oder einfach da sitzen und ihr Frühstücks- oder Franzbrötchen essen und ihren Kaffee trinken, bevor sie zur Arbeit gehen, joggen oder ihren Hund ausführen. Die Menschen nehmen uns als einen neuen Stadtteil an. Das ist so ein Learning, dass ich mir immer gewünscht habe, aber vorher überhaupt nicht wirklich vorstellen konnte, wie sich das am Ende des Tages anfühlt. Davon bin ich begeistert und bin dankbar und finde es für uns, den Stadtteil und Hamburg, einfach enorm positiv. Genau diese Lebendigkeit haben wir uns durch das Westfield Hamburg-Überseequartier alle erhofft.
Das Gespräch führte Wolfgang Timpe

Nachrichten von der Hamburger Stadtküste

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Business. Raphael Adrian ­Herder ist Inhaber der Immobi­lienagentur Der HafenCity-Makler und schreibt über den Immobilienmarkt Inder