»Er blieb seiner Geburtsstadt bis ins hohe Alter verbunden«

Hamburg. Reaktionen der Stadtgesellschaft zum Tod von Klaus-Michael Kühne, Unternehmer sowie HSV- und Kulturmäzen

Der Hamburger Unternehmer (u. a. Logistiker Kühne+Nagel, Reederei Hapag-Lloyd, Lufthansa) und Kulturmäzen (u. a. Elbphilharmonie, Harbour Front Literaturfestival, neues Opernhaus) Klaus-Michael Kühne ist am 23. August in Schindellegi, seinem Schweizer Wohnort, im Alter von 89 Jahren verstorben. Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher in einer Stellungnahme: „Klaus Michel-Kühne war ein ambitionierter Unternehmer, harter Verhandler und streitbarer Mensch. Er arbeitete, wenn es sein musste, bis in die Nacht. Scheute nicht den Konflikt und war doch immer bereit zur Einigung und verlässlichen Partnerschaft.“ 
Foto oben: Kultursenator Dr. Carsten Brosda zum Tod des Unternehmers Klaus-Michael Kühne: »Er war ein großer Mäzen, der mit viel Leidenschaft die Kultur in Hamburg großzügig unterstützt hat.«

Die HafenCity ist mit dem Stifter und Milliardär Klaus-Michael ­Kühne nicht nur unternehmerisch durch den Hauptsitz des Logistikunternehmens Kühne+Nagel wie auch die private Wirtschaftshochschule KLU, die Kühne Logistics University, am Großen Grasbrook verbunden, sondern vor allem auch mit ihm als Mäzen. Er hat die Elbphilharmonie mit ermöglicht und das Harbour Front Literaturfestival lange Jahre gefördert. Aktuell wird mit seiner Kühne Stiftung, der Stadt und der Hamburgischen Staatsoper auf dem Baakenhöft ein neues Opernhaus geplant und realisiert, das, so die Planung, 2034 eröffnen soll. Der Siegerentwurf des dänischen Architekturbüros, das das neue Opernhaus als grünen, öffentlich begehbaren Kreuzfahrtschiff-Bug entworfen hat, begeisterte selbst Kritiker des Projekts. Ob Kühne nun den HSV zeitweise als Gesellschafter und Sponsor am Leben hielt und für die Stadt und die Fans den Traditionsnamen „Volksparkstadion“ für viele Millionen Euro bis 2029 kaufte: Immer polarisierte er auch in Teilen der Stadtgesellschaft. 

Für manche konservative Kaufleute wie auch politische Kritiker war er der Steuerflüchtling, als er, der gebürtige Hamburger, mit seiner Kühne Holding und der Kühne Stiftung in die Schweiz umsiedelte. Oder er musste sich, was ihn persönlich besonders verletzte, als Reicher mit „schmutzigem Geld“ beschimpfen lassen, weil er sich gegen eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Rolle seiner Familienspedition im NS-Regime verweigerte. Aber knorrig und „streitbar“, wie der Bürgermeister ihn charakterisierte, hielt er unverrückbar an seinen Überzeugungen fest. Da war Kühnes jüngstes Stifterprojekt, das neue Opernhaus auf dem Baakenhöft, für den widerstandserprobten Hamburg-Förderer für seine Verhältnisse, Einzelkritik hin oder her, in der Stadtöffentlichkeit eher ein Durchmarsch statt eine Kontroverse. 

Hamburgs Kultursenator  Dr. Carsten Brosda: „Klaus-Michael Kühne war nicht nur eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit, sondern auch ein großer Mäzen, der mit viel Leidenschaft die Kultur in Hamburg großzügig unterstützt hat. Mit seinem Engagement unter anderem für die Elbphilharmonie, die Oper und die Literatur“, so Brosda, „hat er dazu beigetragen, dass seine Geburtsstadt Hamburg heute international als Kulturstadt wahrgenommen wird. Sein Engagement für die Kultur in Hamburg wird insbesondere über den gemeinsam mit der Kühne Stiftung geplanten Neubau einer Oper in Hamburg weiter die Kulturstadt prägen.“ Wolfgang Timpe

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