»Ökologische und soziale Verantwortung«

Immo. Vermarktungsstart für das nachhaltige »Moringa«-Projekt mit 217 Wohnungen im ­Baakenhafen. Der Bauherr Landmarken AG registriert eine große Nachfrage
Plus Interview: »5 Fragen an …«: Projektleiterin Sylvia Friederich

Direkt am Wasser des Baakenhafens liegt das »Moringa«, ein mit seiner in dieser Größenordnung bisher unerreichten Recyclingfähigkeit branchenweites Pilotprojekt im Mietwohnungsbau. Rund 80 Prozent der Bau- und Ausstattungsmaterialien (KGR 300, DIN 276) des Moringa werden sich demontieren, sortenrein trennen und wiederverwenden lassen. Darüber hinaus erfüllt das ambitionierte Projekt mit rund 24.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zahlreiche gesellschaftlich relevante Funktionen. Alle Wohneinheiten sind Mietwohnungen, mehr als ein Drittel der Wohnfläche ist öffentlich gefördert.
Foto oben: Moringa-Projektleiterin Sylvia Friederich: „Unsere Projekte orientieren sich an drei zentralen Fragen: Was tun wir für die Nutzerinnen und Nutzer? Was tun wir für die Gesellschaft? Und was tun wir für den Planeten? Diese Fragen helfen uns dabei, Immobilien nicht ausschließlich als wirtschaftliche Produkte zu betrachten. Wir wollen Orte schaffen, die langfristig funktionieren, Identität stiften und einen Mehrwert für ihre Umgebung bieten.“ © Chris Rausch

„Im Moringa wird Wohnen zum Teil einer besseren Zukunft werden – nachhaltig und zukunftsorientiert. Und das in einzigartiger Lage in der HafenCity, geprägt von Wasser und moderner Architektur“, sagt Daniel Huppertz, Leiter der Vermietungsabteilung der Landmarken-Schwester Stadtmarken GmbH. Das Moringa zeige eindrucksvoll, wie ökologisches Bauen, soziale Verantwortung und zukunftsweisende Stadtentwicklung Hand in Hand gehen können, hatte Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein schon beim Richtfest im September 2025 gesagt: „Hier entsteht ein Vorbild für ressourcenschonendes und gesundes Wohnen.“ Neben den hohen ökologischen Standards setzt das Moringa auch auf Gemeinschaft und soziale Nachhaltigkeit. Dazu tragen gesunde und allergikerfreundliche Materialien ebenso bei wie die Gemeinschaftsflächen für Austausch und Nachbarschaft. Im effizienten Energiekonzept mit Photovoltaik und Fernwärme sorgt ein permanentes Energiemonitoring für optimierten Verbrauch. 

Das »Moringa« im Baakenhafen gilt als das gesündeste Haus Hamburgs. Es besteht aus
den Einheiten »The Leaf« mit geförderten Wohnungen, dem Wohnturm »The Crown« für frei finanzierten Wohnraum und dem »POHA House« mit Co-Living- und Co-Working-Einheiten. © Moringa GmbH by Landmarken AG

Und das von dem Aachener Büro kadawittfeldarchitektur entworfene Ensemble wird Co-Living- und Co-Working-Flächen bieten. Es wird betrieben von POHA House, dem auf nachhaltige Co-Spaces spezialisierten Schwesterunternehmen von Landmarken. Auch der Gastronomiebereich in der Warftebene stellt eine sinnvolle Funktionsergänzung dar. Auffällig in der HafenCity werden die begrünten Fassaden und die begehbaren Dachgärten für die Bewohner sein. Im Oktober startet darüber hinaus die bilinguale Kita Kitea, die mit 80 Plätzen in drei Krippen- und zwei Elementargruppen ein wichtiges Betreuungsangebot in der HafenCity schafft.

Besonders groß ist der Run auf die geförderten Wohnungen. Für die 72 Einheiten
im Bauteil »Moringa The Leaf« wurden mehr als 700 Anfragen geprüft, weitere wurden nicht mehr
angenommen. Die ersten Mieter können hier noch in diesem Monat einziehen. © Lupp

Besonders groß ist der Run auf die geförderten Wohnungen. Für die 72 Einheiten im Bauteil »Moringa The Leaf« wurden mehr als 700 Anfragen geprüft, weitere wurden nicht mehr angenommen. Die ersten Mieter können hier noch in diesem Monat einziehen. Aber auch die Premiumwohnungen im Wohnturm »Moringa The Crown« – fast alle mit Wasserblick, viele auch mit Blick auf die Elbphilharmonie – sorgen für großes Interesse. Erste Verträge sind bereits unterschrieben. Auch hier erfolgt die Vermietung durch das Stadtmarken-Team vor Ort, das zurzeit zahlreiche Besichtigungstermine organisiert. Über moringa.eco können Interessenten noch Termine vereinbaren. Voraussichtlich ab Herbst wird dann das POHA House nachziehen und mit der Vermietung der Co-Living- und Co-Working-Flächen starten. Maria Bitter

Info
Die Landmarken Group ist der Zusammenschluss von Landmarken, Stadtmarken, ecoPARKS, The Urban Village und Stadtmarken New Energy zu einer Full-Service-Immobiliengruppe. Die Unternehmen der Landmarken Group sind Entwickler, Investor und Manager zugleich – und das in den Kernbereichen Wohnen und Arbeiten, Light Industrial/Logistik, Bildung und Infrastruktur. Effizient bündeln sie ihre Aktivitäten in drei Cluster: Projektentwicklung, Immobilienmanagement und zentrale interne Dienste. Ihre Vielseitigkeit macht die Landmarken Group zum Immobilien-Powerhouse. landmarken.de

»Moringa«-Projektleiterin Sylvia Friederich: „Unsere Projekte orientieren sich an
drei zentralen Fragen: Was tun wir für die Nutzerinnen und Nutzer? Was tun wir für die Gesellschaft? Und was
tun wir für den Planeten? Diese Fragen helfen uns dabei, Immobilien nicht ausschließlich als wirtschaftliche
Produkte zu betrachten. Wir wollen Orte schaffen, die langfristig funktionieren, Identität stiften
und einen Mehrwert für ihre Umgebung bieten.“ © Wolfgang Timpe

über über Wohnen am Wasser und gelebte Nachbarschaft

Frau Friederich, Sie betreuen die Vermarktung der 217 Wohungen in dem Moringa-Projekt im Baakenhafen. Sie haben kurz nach Beginn mehr als 1.300 Mietanfragen. Warum ist das Wohnen im Moringa und der HafenCity so attraktiv? Die große Resonanz zeigt zunächst, wie hoch der Bedarf an gutem Wohnraum in Hamburg ist. In unserem Moringa kommt aber noch einiges hinzu: die attraktive Lage am Wasser, eine sehr gute Anbindung und ein lebendiges Quartier mit kurzen Wegen. Zugleich verbindet das Projekt moderne Architektur mit hohen ökologischen Standards und gemeinschaftlichen Angeboten. Die Menschen suchen heute nicht nur eine Wohnung, sondern ein Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen und langfristig zu Hause sein können. Genau dafür steht das Moringa. 

Das Gesamtobjekt umfasst öffentlich geförderte Wohnungen im »Moringa The Leaf«, frei finanzierte Wohnungen im »Moringa The Crown«-Hochhaus sowie weitere Flächen im »Moringa Co-Living und Co-Working«-Objekt. Stellen diese unterschiedlichen Nutzungen spezielle Anforderungen an die Vermarktung? Ja, denn wir sprechen unterschiedliche Zielgruppen mit jeweils eigenen Bedürfnissen an. Bei den geförderten Wohnungen gelten andere Voraussetzungen und Vergabeprozesse als bei den frei finanzierten Wohnungen. Die Co-Living- und Co-Working-Angebote wiederum richten sich stärker an Menschen, die flexibel leben und arbeiten möchten und bewusst die Nähe zu einer Gemeinschaft suchen. Entscheidend ist deshalb eine klare und transparente Kommunikation: Welches Angebot passt zu wem, welche Voraussetzungen gelten, und welchen Mehrwert bietet das jeweilige Konzept? Gleichzeitig betrachten wir die einzelnen Bausteine nicht isoliert. Erst in ihrem Zusammenspiel entsteht ein vielfältiges und lebendiges Quartier.  

Die Mietpreise in Hamburg sind generell hoch, und es gibt wenig Angebote. Nach welchen Kriterien, abgesehen von gesicherten Einkommensverhältnissen, vergeben Sie die 145 frei finanzierten Wohnungen, und mit welchen Mietquadratmeterpreisen müssen Interessenten rechnen? Wir achten vor allem auf einen transparenten und fairen Vergabeprozess. Bei einer so hohen Zahl an Anfragen ist es wichtig, nachvollziehbare Kriterien anzuwenden und alle Interessierten gleich zu behandeln. Unser Ziel ist eine vielfältige und langfristig stabile Bewohnerschaft. Die Mietpreise richten sich nach Größe, Lage, Ausstattung und Geschoss der jeweiligen Wohnung. Der Großteil der frei finanzierten Wohnungen liegt zwischen etwa 30 und 40 Euro pro Quadratmeter nettokalt. Die konkreten Konditionen werden bei jedem Wohnungsangebot transparent ausgewiesen. 

Als „Leuchtturmprojekt für Mensch und Umwelt“ will das Moringa nicht nur auf hohe ökologische Standards, sondern auch auf soziale Nachhaltigkeit setzen. Was heißt das im konkreten Leben vor Ort im Baakenhafen? Soziale Nachhaltigkeit entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Einkommen und Lebensmodellen nicht nur nebeneinander, sondern miteinander leben können. Dazu trägt bereits der Wohnungsmix aus öffentlich geförderten und frei finanzierten Angeboten bei. Hinzu kommen gemeinschaftlich nutzbare Räume, attraktive Außenflächen und vielfältige Möglichkeiten für Begegnung und Austausch. Wichtig ist uns, dass diese Angebote niedrigschwellig und für die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag tatsächlich nutzbar sind. Ein nachhaltiges Gebäude allein schafft aber noch keine Gemeinschaft. Dafür braucht es Räume und gemeinsame Anlässe – vor allem aber auch Menschen vor Ort, die sich kümmern, die Nachbarschaft zusammenbringen und konkrete Angebote schaffen.  

Sie setzen mit Landmarken vor allem auf Mietwohnen, auch schon zu einer Zeit, als Projektentwickler im Markt noch von überhöht teurem Luxuswohneigentum geprägt waren. Gibt es eine werteorientierte Firmenphilosophie bei Landmarken?Ja, unsere Projekte orientieren sich an drei zentralen Fragen: Was tun wir für die Nutzerinnen und Nutzer? Was tun wir für die Gesellschaft? Und was tun wir für den Planeten? Diese Fragen helfen uns dabei, Immobilien nicht ausschließlich als wirtschaftliche Produkte zu betrachten. Wir wollen Orte schaffen, die langfristig funktionieren, Identität stiften und einen Mehrwert für ihre Umgebung bieten. Dazu gehört auch unser Engagement für das Mietwohnen. Gerade in angespannten Wohnungsmärkten braucht es vielfältige und langfristig nutzbare Angebote statt einer ausschließlichen Konzentration auf Eigentum. Wirtschaftlichkeit und Verantwortung sind für uns keine Gegensätze – gute Projekte müssen beides miteinander verbinden. Fragen: Wolfgang Timpe

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Sylvia Friederich ist Projektmanagerin Residential, Prokuristin und Partnerin der Landmarken AG und verantwortlich für das Projekt Moringa in der HafenCity.

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